Deutsche Post Boten sollen ausrangiert werden
Post-Sprecherin Ina Quelling bestätigte auf Anfrage, es sei der Abbau von rund 3000 Stellen geplant. Sie begründete dies damit, dass bereits vielerorts die Handsortierung auf Maschinen umgestellt sei. Damit könnte jedem Postboten während seiner Arbeitszeit ein größerer Bezirk zugewiesen werden.
Die Gewerkschaft wolle bundesweit gegen die Sparpläne protestieren, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. In vielen Städten würden bei einer Aufrechterhaltung der Post-Pläne keine Überstunden mehr gemacht und Briefe einen Tag später ausgetragen, kündigte ein Gewerkschaftssprecher dem Blatt an. In Bielefeld hatten Postzusteller, die während der Arbeitszeit über die Sparpläne informiert wurden, dem Bericht zufolge am Montag bereits Briefe liegen lassen.
"Wir müssen im Interesse der Kunden die Arbeitsweise optimieren und generell mit den Kosten klarkommen", zitiert das Blatt einen Postsprecher. Nach Angaben der Post werde lediglich etwas an den Vorgaben geändert; die Postmitarbeiter genössen außerdem bis Ende des Jahres 2004 Kündigungsschutz. Der Gesamtbetriebsrat sieht dies dem Bericht zufolge anders: Er habe bei der Post bereits Klage vor dem Arbeitsgericht Bonn angedroht, so die Zeitung.
Bereits im Mai hatte die Post angekündigt, im Einvernehmen mit Verdi aus Kostengründen bis zum Jahr 2004 rund 8000 Stellen im Fahrdienst abzubauen. Im Fahrdienst, der künftig zum größten Teil ausgelagert werden soll, gibt es bislang rund 12.500 Stellen. Im gesamten Konzern Deutsche Post World Net gab es Ende März 2001 rund 276.000 Mitarbeiter. Davon waren in dem früheren Staatsunternehmen noch rund 70.000 Beamte. Der letzte Post-Beamte wird voraussichtlich im Jahr 2040 in Pension gehen.