Deutsche Post Gerüchte um Senkung des Briefportos
Frankfurt am Main - Die Gründe für die weitreichenden Zugeständnisse liegen nach Informationen der "Börsen-Zeitung", darin, dass die Post die Finanzierung ehrgeiziger Expansionsvorhaben, vor allem auf dem chinesischen Markt, nicht gefährden will. Der Post-Chef dränge darauf, die Senkung der Portogebühren bereits in der Entscheidung der EU-Kommission, die noch in dieser Woche erwartet wird, festzuschreiben, um die dafür notwendige Planungssicherheit zu erlangen, schriebt die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise.
EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will sich dagegen offenbar noch alle Optionen für mögliche Sanktionen offen halten. Man werde in der Entscheidung lediglich aufnehmen, dass in den nächsten beiden Monaten die deutsche Seite einen Vorschlag zur Umsetzung der Rückzahlung vorlegen müsse, hieß es. Alles weitere sei dann Sache der Verhandlungen.
Ein Sprecher der Post wollte die Meldung allerdings weder bestätigen noch dementieren. Die Post habe das Briefporto in den vergangenen 13 Jahren trotz gestiegener Kosten nur ein Mal um zehn Prozent erhöht, sagte er zur Begründung. Im Übrigen wolle das Unternehmen zunächst einmal abwarten, wie die EU-Kommission entscheide.
Auch in der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist nach offiziellen Angaben nichts von einer Absprache hinsichlich einer Portosenkung bekannt. Der Regulierer werde in den nächsten Wochen den Rahmen bekannt geben, innerhalb dessen die Post ihre Briefpreise künftig festlegen kann, sagte ein Sprecher der Behörde. Bei diesem so genannten Price-Cap-Verfahren werden ein Warenkorb oder mehrere für Produkte und Dienstleistungen bestimmt. Die Post kann innerhalb dieser Körbe die Einzeltarife festlegen. Für das Gesamtverfahren erwartet der Regulierer jetzt einen Preisvorschlag des Konzerns.
Die Post selbst hatte mit Blick auf die zu Jahresbeginn anstehende Neufestsetzung des Portos stets betont, keinen Spielraum für eine Absenkung zu sehen. Zur Begründung hatte Zumwinkel zuletzt auf der Hauptversammlung Anfang Juni auf die Inflation und gestiegene Löhne verwiesen. Mit dem derzeitigen Preis von 0,56 Euro für den Standardbrief bewege sich die Post im europäischen.