Deutsche Post Mutloser Blick nach vorn
Die Deutsche Post World Net hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres trotz eines zweistelligen Umsatzanstiegs weniger verdient als vor einem Jahr, so eine Mitteilung des Unternehmens vor Börsenbeginn am Dienstag. Durch die Übernahme der Mehrheit am Kurier- und Express-Service DHL International habe sich der Umsatz zwar um 13,1 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro erhöht, das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebitda) lag mit 785 Millionen Euro aber um 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
"Hier macht sich die schwierige konjunkturelle Lage bemerkbar, der sich auch die Deutsche Post World Net weltweit nicht entziehen konnte", hieß es im Quartalsbericht des Unternehmens. Für die Deutsche Post werde es im Geschäftsjahr 2002 schwierig sein, das hohe Niveau des Jahresüberschusses 2001 zu halten, hieß es weiter. Der weitere Geschäftsverlauf hängt nach Auskunft von Vorstandschef Klaus Zumwinkel davon ab, "wie schnell die Konjunktur in Europa, Asien und in den USA wieder anspringt". In den relevanten Märkten wird dem Vorstandsbericht zufolge nicht mit einer konjunkturellen Trendwende gerechnet.
Im Unternehmensbereich Brief verzeichnete der einstige Monopolist im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent auf rund 3 Milliarden Euro. Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die rückläufige Nachfrage bei Privatkunden zurückzuführen. Gleichzeitig sank das Ebitda-Ergebnis um 9,2 Prozent auf 675 Millionen Euro. Ein Grund sei, dass die Kunden ihre schon früher gekauften D-Mark-Briefmarken aufbrauchten, die am 30. Juni ungültig werden, erläuterte das Unternehmen. Das werde dadurch belegt, dass das Sendungsvolumen nicht im gleichen Maß gesunken sei.
Wegen der erstmaligen Konsolidierung von DHL International verdoppelte die Deutsche Post im Konzernbereich Express ihren Umsatz nahezu. Er kletterte um 95,4 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank jedoch das Ebitda-Ergebnis von 88 Millionen auf 33 Millionen Euro. Begründet wird dies im Quartalsbericht mit dem erwarteten Verlust von DHL International, während die übrigen Geschäftsfelder einen positiven Ergebnisbeitrag von 91 Millionen Euro geleistet hätten.
Der Konzernbereich Logistik steigerte trotz eines Umsatzrückgangs von 7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro seinen Gewinn. Das Ebitda-Ergebnis sei durch Kosteneinsparungen um 3,2 Prozent auf 32 Millionen Euro gestiegen.
Auch bei den Finanz-Dienstleistungen wurde das Ebitda-Ergebnis um 5,6 Prozent auf 131 Millionen Euro verbessert. Die Erlöse sanken bedingt durch das niedrige Zinsniveau um 4,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, teilte die Deutsche Post mit.