Deutsche Post Nur noch an fünf Tagen: Netzagentur offen für weniger Briefzustelltage
Die Taschen sind voll: Ein Briefträger bei der Arbeit
Foto: Martin Gerten / dpaDer Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat sich offen dafür gezeigt, die Zahl der Tage bei der Briefzustellung zu reduzieren. »Noch ist die Post verpflichtet, sechs Tage die Woche zuzustellen. Aber unsere Gesellschaft und unser Kommunikationsverhalten haben sich geändert«, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf die Frage, ob das Unternehmen die Montagszustellung einstellen sollte, um Kosten zu senken. In anderen Ländern seien Zustellzeiten von zwei, drei oder vier Tagen normal. »Ich bin offen, dass so etwas auch hier möglich wird«, betonte Müller. Die Entscheidung liege aber beim Bundestag.
Zurückhaltend äußerte sich Müller zum Antrag der Post, 2024 das Briefporto von aktuell 85 Cent zu erhöhen. Zwar habe die Zahl an Beschwerden zuletzt nach einer sehr großen Zahl im vergangenen Herbst und Winter abgenommen. Sie seien aber noch immer höher als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. »Ob man in dieser Situation das Porto erhöht, muss man sorgfältig prüfen«, sagte Müller. »Es gibt legitime Interessen der Post, aber wir müssen auch die Kunden im Blick haben.«
Die Deutsche Post hatte im Mai einen Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt, um das Briefporto im kommenden Jahr vorzeitig erhöhen zu dürfen. Angesichts drastisch gestiegener Kosten durch Inflation, höhere Energiepreise, den jüngsten Tarifabschluss sowie unerwartet stark abnehmende Briefmengen führe an einer vorzeitigen Erhöhung kein Weg vorbei, hieß es.
Das Unternehmen darf das Porto nicht selbst festlegen. Stattdessen macht die Bundesnetzagentur Vorgaben, wie die Post an der Preisschraube drehen darf. Normalweise geschieht dies alle drei Jahre. Das jetzige Porto gilt seit Anfang 2022, als sich der Inlandsstandardbrief von 80 auf 85 Cent verteuerte. Das jetzige Porto läuft planmäßig Ende 2024 aus. Es wurde in einer Zeit festgelegt, als die Inflation vergleichsweise niedrig war.