Deutsche Post: Ostdeutschland bleibt ein Verlustgeschäft - DER SPIEGEL
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Deutsche Post Ostdeutschland bleibt ein Verlustgeschäft

Nach der Wende hat die Post in Ostdeutschland das Potenzial des Brief- und Paketsgeschäfts massiv überschätzt. Die milliardenschweren Investitionen erweisen sich nun als schwere Hypothek.
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Chemnitz/Düsseldorf - Die hohen Kosten für unausgelastete Brief- und Verteilzentren führen dazu, dass Ostdeutschland für die Deutsche Post zu einem permanenten Verlustgeschäft geworden ist. Das Paket- und Briefaufkommen im Osten sei immer noch viel zu gering, sagte Postchef Klaus Zumwinkel der Chemnitzer "Freien Presse". Volle LKW führen nach Dresden und Rostock und kämen halb leer wieder zurück. Die Verluste im Osten müssten mit Gewinnen im Westen ausgeglichen werden.

Auch die seit der Wiedervereinigung in Ostdeutschland errichteten Post- und Paketzentren seien nicht ausgelastet. "Wenn wir es noch einmal machen müssten, würden wir eine Nummer kleiner bauen", sagte der Post-Vorstandsvorsitzende der Zeitung.

Die Zahlen für das erste Quartal insgesamt sind indes nicht so schlecht, wie die Analysten erwartet hatten So lag das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten ohne Firmenwertabschreibungen (Ebitda) mit 930 Millionen Euro um 2,2 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres und der Gewinn sackt gar um 11,8 Prozent auf 441 Millionen Euro. Der Umsatz im ersten Quartal stieg dagegen um 7,8 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Von Dow Jones Newswires befragte Experten hatten ein Ebitda von 921 Millionen Euro bei einem Umsatz von 10,4 Milliarden Euro erwartet.

Als Gründe für das gesunkene Ebitda nannte die Post Einmaleffekte im Unternehmensbereich Brief und Integrationsaufwendungen im Segment Express. Umsatztreiber seien die Bereiche Express mit einem Plus von 25,6 Prozent und Logistik, der um 10,8 Prozent zulegte, gewesen. Die positiven Effekte ihres Integrationsprogramms "Star" bezifferte die Post auf 81 Millionen Euro.

Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen. Deutsche Post-Aktien gehörten heute zu den wenigen Gewinnern im Dax und stiegen um 0,23 Prozent auf 17,16 Euro.

Mit dem Kurs ist Zumwinkel dennoch nicht zufrieden. Bislang sei die Postbank als Bestandteil des Unternehmens viel zu schlecht bewertet worden. "Das hat sich negativ auf den Kurs der Aktie ausgewirkt", sagte der Vorstandschef.

Der Börsengang der Postbank solle vor allem den Kurs der Gelben Aktie der Konzernmutter stabilisieren. Die Postbank sei sechs oder noch mehr Milliarden Euro wert, während Analysten sie nur mit drei oder vier Milliarden bewerteten. Diese Differenz werde beim Börsengang deutlich werden, was den Kurs der Aktie der Gelben Post steigen lassen werde, sagte Zumwinkel.

Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann sieht zudem enorme Synergieeffekte durch die gemeinsamen Filialen mit der Post und hofft auf zahlreiche neue Kunden. "Jeden Tag kommen zwei bis drei Millionen Menschen in die Filialen. Davon sind nur ein Fünftel Bankkunden. Da steckt noch enormes Potenzial", sagte Schimmelmann dem "Handelsblatt"