Deutsche Telekom Bsirske bläst zum Arbeitskampf
Bamberg - "Der Fehdehandschuh ist ausgeworfen vom Vorstand des Unternehmens", sagte Bsirske heute auf der Landesbezirkskonferenz der Dienstleistungsgewerkschaft in Bamberg. "Wir nehmen den Fehdehandschuh auf und gehen mit euch in die Urabstimmung und den Arbeitskampf", ergänzte er mit einem Boxhandschuh in der Hand.
Der Vorstand der Deutschen Telekom müsse seine Pläne aufgeben, 50.000 Mitarbeiter in Service-Gesellschaften auszugliedern. "Das ist die Aufgabe, die wir bewältigen müssen", rief Bsirske den rund 130 Delegierten zu. Die Beschäftigten müssten in diesem Fall länger arbeiten und bekämen weniger Gehalt, sagte Bsirske. Die Gewerkschaft dürfe nicht "zulassen, dass die Beschäftigten vom Telekom-Vorstand beschimpft, bedroht und beleidigt werden".
Bei der Telekom gibt es bereits seit Wochen Warnstreiks. Rund 200 Telekom-Beschäftigte des Standortes Bamberg nahmen an der Landesbezirkskonferenz teil, um gegen die Auslagerungspläne des Konzerns zu protestieren. In Rheinland-Pfalz und im Saarland legten heute laut Gewerkschaft rund 500 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten sich rund 800 Telekom-Mitarbeiter an einem eintägigen Warnstreik beteiligt. Etwa 150 Telekom-Mitarbeiter in Schwerin waren am Morgen in einen eintägigen Warnstreik getreten. Die Arbeitsniederlegung von Monteuren und Call Center-Mitarbeitern habe Auswirkungen auf den Kundendienst, hieß es.
Bsirske sagte, es sei empörend, wenn sich der Vorstand hinstelle und einerseits den Lohn um rund 20 Prozent kürzen wolle, andererseits aber den Aktionären eine Beibehaltung der zuletzt gezahlten Rekord- Dividende verspreche. Er forderte die Ver.di-Mitglieder auf, sich als Telekom-Kunden beim Vorstand des Unternehmens über die geplanten Sparmaßnahmen zu beschweren. "Wenn dies Zehntausende tun, dann wird das seine Wirkung nicht verfehlen", sagte der Ver.di-Chef.
mik/dpa/ddp