Deutsche Telekom Der Gürtel muss enger geschnallt werden
Der Vorstand der Deutschen Telekom erwartet für die nächsten vier Jahre niedrigere Gewinne nach Steuern als im laufenden Jahr. Dies gehe aus einem vertraulichen Finanzplan hervor, berichtet die "Financial Times Deutschland".
Für 2002 plane der Vorstand einen Jahresfehlbetrag nach Anteilen Dritter von 0,51 Milliarden Euro. Nach diesem Szenario, das im Dezember von Telekom-Controllern und -strategen zusammen mit dem Vorstand erarbeitet worden sei, fielen die Konzerngewinne nach Steuern bis Ende 2003 deutlich niedriger aus. Im Vorjahr erzielte die Telekom - vor allem auf Grund von Beteiligungsverkäufen - einen Überschuss von 7,40 Milliarden Euro. 2004 wird dem Bericht zufolge der Konzernüberschuss gerade einmal die Hälfte des Wertes von 2000 erreichen.
Weniger Gewinn, aber bessere Ertragskraft
Der Gewinnschwund hat laut "FTD" im Kern drei Ursachen: Erstens die teuren Investitionen zur Aufrüstung der Mobilfunk- und Festnetzleitungen mit UMTS- und ADSL-Technik mit einem Rekordbetrag von 40 Milliarden Euro bis Ende 2004. Hinzu kämen die hohen Buchverluste durch Abschreibungen auf Firmenwerte der zahlreichen zugekauften Unternehmen, etwa des US-Mobilfunkanbieters Voicestream. Außerdem belasten hohe Zinslasten als Folge der Käufe von UMTS-Lizenzen in Europa die Ergebnisse für die nächsten Jahre.
Die Vorstandsplanung biete ein paradoxes Bild. Denn sie zeige auch, dass sich die Ertragskraft künftig verbessere. Als aussagefähiger Maßstab gelte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), weil hier verzerrende Abschreibungen auf Firmenwerte herausgerechnet würden. Laut Plan entwickele sich die Telekom bis 2004 beim Ebitda glänzend. Im laufenden Jahr soll es auf 16,8 Milliarden Euro steigen und 2004 schließlich 30,3 Milliarden Euro erreichen. Erreicht die Telekom diese Ziele, würde sie - so die "FTD" - eines der bestverdienenden Unternehmen der Branche.