Deutsche Telekom: Drohung wegen des Aktien-Desasters - DER SPIEGEL
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Deutsche Telekom Drohung wegen des Aktien-Desasters

Auf der nächsten Hauptversammlung wird Telekom-Chef Ron Sommer nicht nur warmer Applaus entgegenschlagen: Aktionärsvereinigungen nennen die Entwicklung der T-Aktie "desaströs" und drohen, Sommer nicht zu entlasten.
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Bonn - Milliardenverluste, hohe Schulden, der Kurseinbruch, die gekürzte Dividende - und dann noch der verschobene Börsengang der Tochter T-Mobile: Gründe für Empörung über die Führung der Deutschen Telekom gäbe es genug. So verwundert es kaum, dass die großen Aktionärsvereinigungen laut "Welt am Sonntag" nicht mehr ausschließen, dass dem Tekekom-Vorstand am 28. Mai die Entlastung verweigert wird.

Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz wird von der Zeitung mit den Worten zitiert: "Wie können wir vor dem Hintergrund der Geschehnisse und der desaströsen Kursentwicklung den Vorstand entlasten?" Zwar fordere die DSW nicht die Ablösung Sommers, weil dies keine Lösung für die Probleme der Telekom bringe. Aber der Vorstand müsse endlich seine Bringschuld einlösen. "Die Frage wird jetzt immer stärker in den Vordergrund treten, ob das Management die Probleme lösen kann. Es hat sich bisher gezeigt, dass dies nicht der Fall ist", sagte Tüngler.

Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre erklärte laut "Welt am Sonntag": "Wir werden voraussichtlich die Entlastung verweigern." Der seiner Meinung nach gröbste Schnitzer Sommers sei der "exorbitant überteuerte" Einkauf des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream für 28 Milliarden Dollar gewesen, sagte Straub. Straub kritisiert ferner den Sponsorenvertrag mit dem FC Bayern für mehr als 100 Millionen Euro. "Der stand in ganz engem Zusammenhang mit dem ursprünglich für den Herbst geplanten Börsengang von T-Mobile. Da muss man sich fragen, wie die denn eigentlich planen."

In der Anfang März vorgestellten Bilanz 2001 hatte die Deutsche Telekom erstmals seit dem Börsengang rote Zahlen ausgewiesen. Der Verlust im Jahr 2001 summierte sich auf 3,5 Milliarden Euro. Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll um 40 Prozent auf 37 Cent gekürzt werden.