Deutsche Telekom Verlierer im Ortsnetz
Berlin - Es werde im Ortsnetz zu einer weiteren Wettbewerbsverschärfung kommen, sagte Josef Brauner, im Vorstand der Deutschen Telekom für die Festnetzsparte T-Com zuständig, am Mittwoch bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin.
Nachdem der Wettbewerb für Ferngespräche schon seit langem eröffnet ist, konnte der Bonner Konzern zumindest im Ortsnetz sich noch stets an seinem Monopol erfreuen: Den Ortsgesprächsbereich dominierte die Telekom mit einem Marktanteil von rund 95 Prozent.
Seit Anfang Juni können Telefonkunden mit einem Anschluss der Deutschen Telekom nun einen alternativen Anbieter auch für Ortsgespräche fest einstellen. Zusammen mit dem Call-by-Call-Verfahren kann der Kunde jetzt stets den günstigsten Anbieter wählen.
Nach der Liberalisierung des Ferngespräche-Markts muss sich die Deutsche Telekom damit nun auch in ihrem letzten Stammrevier einem schärferen Wettbewerb stellen. Nach dem zweiten Quartal 2003 hatte die Telekom in ihrer Halbjahrespressekonferenz bereits einen Rückgang ihres Marktanteils bei Ortsgesprächen von zehn Prozent bekannt geben.
T-Com-Vorstand Brauner wehrte sich auf der Funkausstellung gegen Vorwürfe von konkurrierenden Telefongesellschaften, die Telekom bearbeite Preselection-Anträge der Kunden zu langsam und behindere dadurch den Markteinstieg ihrer Wettbewerber. Diese Vorwürfe seien falsch, sagte Brauner. Seit dem 9. Juli habe die Telekom weit über 700.000 Preselection-Aufträge von Konkurrenten bearbeitet. "Wir fürchten uns nicht vor dem Wettbewerb", sagte Brauner - doch man nehme ihn durchaus ernst.