Deutsche Verbraucher Konsumwinter will nicht weichen
Nürnberg - Irak-Krise, steigende Abgaben, Arbeitslosigkeit: Die Faktoren, die Deutschlands Konsumenten verunsichern, sind so bedeutsam wie zahlreich. Der Konsumklima-Indikator für den Monat März, den die Gesellschaft für Konsumforschung ermittelt, ist denn auch erneut gesunken - von 3,9 Punkten im Februar auf nun 3,8 für den März. Die GfK berechnet im Auftrag der EU-Kommission monatlich mit einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern das Konsumklima für den Folgemonat.
Auch ihre eigene finanzielle Lage beurteilen die Befragten erneut skeptischer als im Vormonat. Die Konjunkturerwartungen stiegen zwar im Februar auf minus 25,9 (Januar minus 29,2) Zähler, doch der längerfristige Trend sei hier weiter abwärts gerichtet. "Noch immer zeigt die Konjunkturstimmung ein Niveau, das zuletzt auch in der Rezession des Jahres 1993 gemessen wurde", erläuterte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.
Trotzdem scheint zunehmend wahrscheinlich, dass nach Monaten der Konsumkrise ein zarter Aufwärtstrend beginnen könnte. Die Kauflust für langlebige Produkte zum Beispiel ist den Messungen zufolge zum dritten Mal gestiegen. Die GfK vermutet zudem, dass die Rabattaktionen des Handels inzwischen Wirkung bei den Käufern gezeigt haben.
Der "Konsumfrühling" sei damit aber nicht ausgebrochen, warnte Bürkl. Noch sei das Niveau ausgesprochen niedrig. Mit ihrer Sparsamkeit hatten die Verbraucher im vergangenen Jahr Händlern, Gastronomen und der Reisebranche schwere Umsatzeinbußen beschert.