Deutscher Aufschwung: Handelsbilanz mit Milliarden-Plus - DER SPIEGEL
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Deutscher Aufschwung Handelsbilanz mit Milliarden-Plus

Deutschlands Wirtschaft verbucht einen weiteren Spitzenwert: Der Außenhandel lief zuletzt so gut, wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr - und das schlägt sich jetzt nieder. Mit Milliardenüberschüssen in den wichtigsten Bilanzen.
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Wiesbaden - Die deutschen Exporte sind im Oktober kräftig gestiegen. Mit 84,1 Milliarden Euro übertraf der Wert der ausgeführten Waren das Niveau von Oktober 2005 um 22,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Das war der stärkste monatliche Anstieg seit fast sechs Jahren.

Saisonbereinigt legten die Exporte zum Vormonat um 2,6 Prozent zu. Der Wert der importierten Waren stieg um 17,6 Prozent zum Vorjahr auf 66,8 Milliarden Euro und lag saisonbereinigt um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.

Schon in den vergangenen Monaten hatten die deutschen Exporte deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres gelegen. Dabei legten im Oktober die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder um 31,2 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro zu - und damit erneut stärker als die Exporte in Länder innerhalb der Europäischen Union.

Dennoch machten die Exporte in EU-Länder nach wie vor den größten Teil der Ausfuhren aus. Sie legten im Oktober 2006 um 17,7 Prozent auf 51,4 Milliarden Euro zu. Die Einfuhren aus EU-Staaten stiegen um 20,4 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro. Die Importe aus Staaten außerhalb der Europäischen Union nahmen um 12,9 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro zu.

Die deutsche Handelsbilanz schloss im Oktober unter dem Strich mit einem Überschuss in Höhe von 17,3 Milliarden Euro. In der Leistungsbilanz verbuchte Deutschland ein Plus von 11,6 Milliarden Euro. Viele Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang der Exporte um 2 Prozent verglichen mit dem Vormonat gerechnet sowie ein Minus bei den Importen von 0,8 Prozent prognostiziert.

Die Außenhandelszahlen haben nach Einschätzung der Commerzbank deutlich positiv überrascht. Die Dynamik im Handel habe zuletzt deutlich zugenommen. Dies sei vor dem Hintergrund einer sich abkühlenden Weltwirtschaft "sehr ungewöhnlich". Schließlich habe sich zuletzt der Anstieg der Auslandsbestellungen in der Industrie verringert. Dies sei in der Regel ein Vorbote für ein schwächeres Exportwachstum. Deshalb sei in den nächsten Monaten mit einer schwächeren Exportentwicklung zu rechnen. Auch die jüngste Euro-Aufwertung dürfte sich tendenziell negativ auswirken.

tim/mm.de/dpa/Reuters/dpa-AFX