Deutscher Computer-Markt: Umsatz bricht um ein Viertel ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutscher Computer-Markt Umsatz bricht um ein Viertel ein

Die Rezession beschleunigt den Strukturwandel am Computermarkt: Die Verkäufe von Personalcomputern sind im zweiten Quartal deutlich geschrumpft - die Absätze mobiler Rechner legten dagegen steil zu. Die Umsätze des Gesamtmarkts brachen um 25 Prozent ein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Egham - Der deutsche Computermakt ist im zweiten Quartal erneut deutlich geschrumpft. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts Gartner verzeichneten die Hersteller im Schnitt Umsatzeinbußen von 25 Prozent.

Die Absätze dagegen gingen nur leicht zurück. Mit 2,3 Millionen verkauften Personal Computern sind die Verkaufszahlen im zweiten Quartal um 2,7 Prozent geschrumpft, teilte Gartner am Donnerstag mit. Der Verkauf von Mini-Notebooks und Laptops habe den Markt für Personal Computer in Deutschland relativ stabil gehalten. Das Geschäft mit mobilen Rechnern, das inzwischen für 57 Prozent des Absatzes verantwortlich ist, legte um sieben Prozent zu.

Laut Gartner belastet vor allem die anhaltende Zurückhaltung von Unternehmen beim Kauf von neuen Computern den Markt. Die Nachfrage von Unternehmenskunden sackte deutlich um 18,5 Prozent. Auf der anderen Seite legte die Nachfrage der Konsumenten um 17 Prozent zu, was den Abwärtstrend leicht abfedert. Vor allem die Mini- Notebooks hätten den Markt stabilisiert. Dieser Trend werde sich allerdings schon im laufenden Quartal nicht mehr fortsetzen, schätzt Gartner.

In Deutschland baute Acer seine Führungsposition mit einem Zuwachs von 38,6 Prozent deutlich aus und rangiert nun mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent deutlich vor Hewlett-Packard (13,2 Prozent) und Dell (9,0 Prozent Marktanteil). Den vierten und fünften Platz belegen Fujitsu (8,3 Prozent) und der Netbook-Pionier Asus (7,8 Prozent Marktanteil).

Europaweit ging der Markt den Analysten zufolge mit insgesamt 13,3 Millionen verkauften PCs um drei Prozent zurück. In allen Märkten wurde das Geschäft durch die Mini-Notebooks gestützt, ohne dieses Segment wäre der Absatz um 15 Prozent zurückgegangen. Die neue Geräteklasse hatte allerdings auch zu einem massiven Preisdruck in der Branche geführt. "Man muss den Markt mit und ohne die Mini- Notebooks betrachten", sagte Gartner-Analyst Ranjit Atwal. Nur so könnten Anhaltspunkte für neue Marktstrategien und Preisgestaltungen gewonnen werden.

ssu/dpa