Deutscher Export "Made in Germany" in Osteuropa gefragt
Wiesbaden - Die Ängst vor der EU-Osterweiterung waren groß: Viele Experten befürchteten die Abwanderung von Fabriken und Schwarzarbeit. Doch nun zeigen sich die guten Seiten der Erweiterung - der deutsche Außenhandel mit Osteuropa boomt.
Laut Statistischem Bundesamt legten die Exporte in die neuen Mitgliedsstaaten im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf insgesamt 21 Milliarden Euro zu. Besonders stark wuchs der Handel mit Polen. In das Nachbarland wurden sogar 35 Prozent mehr Waren exportiert.
Die hohen Wachstumsraten kommen durch billig importierte Vorprodukte und teuer exportierte Fertigwaren zustande. Besonders beliebt im Osten waren deutsche Autos, Maschinen und chemische Produkte.
Bei den weltweiten Ausfuhren zeichnet sich ein deutliches Wachstum von 9,7 Prozent auf rund 216 Milliarden Euro ab. Etwas schlapp machten allerdings die Exporte in die USA. Mit 18 Milliarden Euro lagen sie nur 4,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Zukunft von "Made in Germany" scheint dagegen in Asien zu liegen. Nach China wurden mit 6,2 Milliarden Euro etwa 26 Prozent mehr exportiert. Nach Indien gingen sogar 38 Prozent mehr Waren als im Vorjahr. Russlands Importe deutscher Waren stiegen um 24,1 Prozent.
Durch die hohen Preise für Erdöl, Erdgas und andere Rohstoffe stiegen allerdings auch die Kosten für den Import. Dieser legte im zweiten Quartal um rund 15 Prozent auf 179 Milliarden zu.
bay/dpa-AFX/AFP