Deutscher Staatseinstieg: Commerzbank prüft EADS-Engagement - DER SPIEGEL
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Deutscher Staatseinstieg Commerzbank prüft EADS-Engagement

In Deutschland hat erstmals eine Großbank ihre Bereitschaft offiziell erklärt, bei EADS mit einzusteigen. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass der deutsche Staat gemeinsam mit privaten Partnern bei der Airbus-Mutter einsteigt.
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Düsseldorf - In Deutschland wird weiter an Modellen für einen möglichen Staatseinstieg beim Airbus-Mutterkonzern EADS gefeilt. Nun hat erstmals eine deutsche Großbank erklärt, sich eine aktive Rolle bei der Neuordnung des deutsch-französischen Raumfahrtkonzerns auch im Rahmen eines gemeinsamen Einstiegs mit dem Staat vorstellen zu können. "Wir hätten uns zwar eine industrielle Lösung gewünscht. Wir würden uns aber auch anderen Lösungen nicht verschließen, wenn sie betriebswirtschaftlich sinnvoll sind", sagte ein Sprecher der Commerzbank dem "Handelsblatt".

Berichten zufolge haben die Deutsche Bank  , die Commerzbank  und die US-Investmentbank Goldman Sachs  der Bundesregierung zugesagt, sie bei der Wahrung des deutschen Einflusses auf EADS  zu unterstützen. Auslöser für die Bemühungen ist die Ankündigung von DaimlerChrysler  , das Aktienpaket des Konzerns an EADS von 22,5 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren. Wie es in Bankenkreisen hieß, könnten sich auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Landesbanken - darunter die WestLB und die LBBW - an der indirekten Wahrung der deutschen Interessen beteiligen, etwa über eine Wandelanleihe. Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge werden von der Bundesregierung neben der Wandelanleihe noch andere Modelle geprüft, bei denen EADS-Anteile bei den Banken geparkt und dann am Kapitalmarkt platziert werden könnten.

Emirates bestellt Maschinen ab

Die Fluggesellschaft Emirates hat unterdessen zehn Maschinen des bisher größten in Dienst gestellten Airbus-Flugzeuges A340-600 abbestellt. Wie Emirates-Chef Tim Clark am Freitag bei einem Besuch am Flughafen Heathrow in London sagte, wurde auch die Option für zehn weitere Maschinen des Typs mit Platz für 380 bis 419 Passagiere storniert. Die Gesellschaft hatte bereits im Frühjahr angekündigt, sie habe die Bestellung bis auf Weiteres verschoben, um eine spritsparendere Version abzuwarten.

Viel stärker dürfte die Airbus-Manager aber treffen, dass Emirates sich Clark zufolge auch die Passagier-Kapazitäten für den geplanten Typ 747-8 von Boeing vorlegen lassen will, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Die Fluggesellschaft fordere dabei Änderungen, um die Sitzkapazität zu steigern. Die 747 ist die größte Maschine von Boeing und steht weitgehend in Konkurrenz mit dem neuen Airbus A380. Mit 45 Bestellungen des A380 ist Emirates bislang der größte Kunde von Airbus. Emirates hat im Juli bereits zehn Bestellungen für die Frachtversion der 747-8 aufgegeben.

Clark hatte am Freitag bestätigt, dass er Ingenieure seiner Gesellschaft zu Airbus nach Toulouse und Hamburg geschickt habe, um sich über den Stand beim Bau des neuen Super-Airbus A380 zu informieren. Er sagte, es wäre "verrückt", neue Verzögerungen bei dem größten Passagierflugzeug der Welt auszuschließen. Airbus hatte Anfang Oktober zum dritten Mal seine Liefertermine für den A380 verschoben.

Qantas bestellt acht A380

Eine gute Nachricht für Airbus gab es am Wochenende aber wenigstens. Die australische Fluggesellschaft Qantas hat trotz der Lieferkrise beim A380 acht weitere Maschinen bestellt. Es ist die erste A380-Bestellung seit Juni 2005. Airbus hat damit insgesamt 167 Order für das weltgrößte Passagierflugzeug, das den europäischen Hersteller mit seinen Produktionsproblemen in die aktuelle tiefe Krise stürzte. Der Lieferpreis der neuen Bestellung beträgt zwei Milliarden.

Gemessen am Ausmaß der Probleme ist das aber nur ein kleines Trostpflaster. Die Zahl der Maschinen, die verkauft werden müssen, um Geld mit dem A380 zu verdienen, wurde vor kurzem wegen der Verzögerungen von 270 auf 420 erhöht. Bis zu dieser Marke fehlen Airbus immer noch 253 Flugzeuge.

ase/AP/AFP