Deutsches Mautsystem: Schweden denkt über den Import nach - DER SPIEGEL
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Deutsches Mautsystem Schweden denkt über den Import nach

Das Lkw-Mautsystem in Deutschland sollte zum Exportschlager werden - und damit einen Teil der exorbitanten Kosten wieder einspielen. Nach den ersten pannenfreien Tagen zeigt sich: Das Kalkül der Erfinder könnte aufgehen. In Schwedens Regierung denkt man bereits laut über die Einführung des Systems nach.
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Stockholm/München - Wie der zuständige Sprecher im Stockholmer Wirtschaftsministerium, Gunnar Eriksson, am Dienstag erklärte, sollen die praktischen Erfahrungen mit dem diese Woche auf deutschen Autobahnen in Betrieb genommenen System genau ausgewertet werden. "Es ist klar, dass unser Interesse von einem einwandfreien Funktionieren bei niedrigen Kosten abhängt", sagte Eriksson.

Die Schwierigkeiten in Deutschland bis zum endgültigen Startschuss stellten kein Hindernis für das schwedische Interesse dar. Die als derzeit einzige Alternative existierende Erhebung von Abgaben in Zahlstationen wie in Österreich oder in Norwegens Hauptstadt Oslo seien für das schwedische Straßennetz zu teuer. Eine Regierungskommission hatte im letzten Frühjahr die Einführung einer Kilometer-Maut für Lastwagen empfohlen. Die endgültige Entscheidung der Regierung über die Einführung eines Mautsystems wird in den kommenden Monaten erwartet.

In Deutschland werden nach dem reibungslosen Start des Mautsystems bereits Forderungen nach einer Ausweitung des Katalogs der mautpflichtigen Straßen laut. Der bayerische Innenminister Günther Beckstein will insbesondere Bundesstraßen mit einbeziehen, die Lastwagenfahrer als Ausweichrouten nutzen, um sich die Maut zu sparen. "Die Einführung der Maut darf nicht zu Lasten der Anwohner an Bundesstraßen und auch nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit gehen", betonte der CSU-Politiker.

Die Bundesregierung müsse zum Wohle der Bürger schnell handeln und entsprechende Möglichkeiten im Autobahnmautgesetz umgehend nutzen. Becksteins Ministerium ließ in Bayern bereits an Strecken, auf denen Ausweichverkehr erwartet werde, mit elektronischen Verkehrszählern ausrüsten. "Damit können wir den Umfang der Mautflucht messen und belegen", sagte der Minister.

Ausweichverkehr sei vor allem auf Strecken zu erwarten, wenn gut ausgebaute Bundesstraßen parallel zur Autobahn verliefen oder Abkürzungen seien. Beckstein verwies auf ein Gutachten des Bundesverkehrsministeriums, das von einer Verlagerung von zwei bis vier Prozent des Güterverkehrs von den Autobahnen auf das übrige Straßennetz ausgehe.