Devisen Euro erreicht neues Allzeithoch
Frankfurt am Main - Bis zum Abend stieg der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung bis auf 1,3634 Dollar. Damit übertraf der Euro den am Freitag erreichten Rekordstand von 1,3548 Dollar deutlich. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3527 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7393 Euro.
Mit dem Überschreiten der Marke von 1,35 Dollar habe der Euro mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem viele Experten bereits mit Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) gerechnet hatten, sagten Händler. Das Ausbleiben von Interventionen habe den Euro weiter nach oben getrieben. Gleichzeitig verwiesen Devisentrader auf die feiertagsbedingt niedrigen Umsätze.
Führende deutsche Ökonomen gehen davon aus, dass der Euro auch im kommenden Jahr weiter steigen wird. Gegen Ende 2005 werde der Kurs bis auf 1,50 oder sogar 1,60 Dollar klettern, sagte der Chefvolkswirt der HypoVereinsbank , Martin Hüfner, dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe). Inzwischen werde immer deutlicher, dass die US-Regierung einen stärkeren Dollar bewusst verhindere. "Das verunsichert die Märkte." Auch Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, geht von einem weiteren Anstieg des Eurokurses aus. Eine dauerhafte Stabilisierung der amerikanischen Währung erwartet Heise erst mittelfristig. Denn dafür müsste sich die amerikanische Finanzpolitik ändern.
Das Erdbeben in Südostasien brachte den japanischen Yen zum Euro etwas unter Druck. Der Kurs des Euro zum Yen stieg auf 140,40 Yen. Insgesamt fiel die Reaktion am Devisenmarkt jedoch verhalten aus. Die Zahl der Marktteilnehmer sei gering und die wirtschaftlichen Folgen noch nicht absehbar, sagten Händler in Asien.