Devisenhandel: Euro kann sich nicht erholen - DER SPIEGEL
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Devisenhandel Euro kann sich nicht erholen

In der Nacht zum Donnerstag schien sich der Euro auf dem Niveau von 89 US-Cent zu stabilisieren. Am Morgen fiel die europäische Gemeinschaftswährung jedoch wieder unter diese Marke auf 0,888 Dollar.
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Frankfurt am Main - Im New Yorker Handel wurden zunächst keine größeren Ausschläge reagiert. Gegen Ende des Handels gab es sogar erste Anzeichen für eine Erholung. Ein Konjunkturbericht der US-Notenbank dämpfte leicht die Stimmung für den Dollar. Allerdings wird ein Zinsschritt in den USA erwartet, was den Euro weiter schwächen dürfte. Im frühen europäischen Handel verlor der Euro wieder leicht. Experten sehen noch keine Anzeichen, dass sich der Euro aus eigener Kraft erholen kann.

Die Volkswirte der Frankfurter Großbanken sprechen jedoch weiterhin von einer "eindeutigen Übertreibung" der internationalen Devisenmärkte. Das Pendel könne genau so rasch und heftig in die andere Richtung ausschlagen. Nur den genauen Zeitpunkt könne man angesichts der allgemeinen Hysterie nicht vorhersagen.

Eingriffe der Europäischen Zentralbank (EZB) werden von Experten für wenig sinnvoll erachtet. Besser der Umschwung komme aus dem Markt und ohne Interventionen, sagte Joachim Goldberg, Chef-Analyst der Deutschen Bank. Devisenmarktoperationen könnten zudem Spekulanten auf den Plan rufen, die weiter auf einen fallenden Euro setzen, hieß es bei der Commerzbank. Eine weitere Bewährungsprobe könnte insbesondere am 16. Mai bevorstehen, wenn die US-Notenbank ihren Leitzins anhebt, um die Inflation im Zaum zu halten. Mittlerweile wird ein Niveau von 0,8750 Dollar für möglich gehalten.

Bundesfinanzminister Eichel zeigte sich unterdessen weiterhin vom Aufwertungspotenzial des Euro überzeugt. "Der Außenwert des Euro sollte höher sein und er wird es auch werden", sagte er in Bonn.

Nach Ansicht von Analysten könnten Euro-Käufe durch die Notenbanken den Kursverfall stoppen, da dieser eher ein psychologisches Problem sei, und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für einen höheren Kurs sprächen. Die EZB alleine könne das Ruder jedoch nicht herumreißen, sie benötige Hilfe von ihren Partnern in der Gruppe der sieben wichtigen Industrienationen (G7), betonten Analysten. Nach den Worten von Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye soll der Euro jedoch auf dem nächsten G-7-Gipfel im Japan "kein Thema" sein.

Der Euro hat mit seinem jüngsten Tief seit seiner Einführung rund 23 Prozent an Wert verloren.