Devisenhandel Euro stabilisiert sich bei 89 US-Cent
Frankfurt am Main - Devisenhändler hatten am Vormittag erklärt, europäische Zentralbanken würden Euro gegen Dollar kaufen. Obwohl keine Notenbank dies bestätigen wollte, stieg der Kurs des Euro. Am Markt hieß es, allein die Möglichkeit eines Eingreifens habe den Kursanstieg ermöglicht. "Jetzt wo der Euro ständig schwächer wird, achtet der Markt sehr aufmerksam auf das, was die Zentralbanken tun. Jedes Interventionsgerücht würde diese scharfe Reaktion auslösen", sagte Mitul Kotecha von Credit Agricole Indosuez in London.
Der französische Ministerpräsident Lionel Jospin äußerte sich trotz der jüngsten Kurssteigerung unzufrieden über den Kurs des Euro. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi verwies in Brüssel auf die Tatsache, dass die Finanzmärkte oftmals überreagierten.
Das Abrutschen des Euro auf das Allzeittief von 0,8848 Dollar hatten Devisenhändler am Morgen erneut mit der im Vergleich zur Euro-Zone stärkeren US-Konjunktur begründet. Die sichere Erwartung einer weiteren Zinserhöhung in den USA unterstütze zudem den Dollar gegen den Euro.
Einer Analysten-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wird sich der Euro in den kommenden Monaten leicht erholen können. Im Mittel rechnen die Analysten in einem Monat mit einem Kurs der Gemeinschaftswährung von rund 90 Cents. In einem halben Jahr werde der Euro bei 97 Cents notieren und in zwölf Monaten mit 1,05 Dollar wieder die Paritätsmarke überschritten haben.