Devisenmarkt Euro auf Erholungskurs
Frankfurt am Main - "Die Marktpsychologie hat sich grundlegend geändert", sagte ein Devisenhändler. Die aktuellen Kursgewinne des Euro könnten das Ende des 18 Monate währenden Abwärtstrends sein und eine Erholung bis zur Parität und darüber bedeuten. Damit gab er die Einschätzung der meisten Analysten wieder.
Nachdem in der vergangenen Woche eine Erholung des Euro eingesetzt habe, komme es für die weitere Kursentwicklung nun darauf an, dass das Niveau von 92 US-Cent nicht wieder unterschritten werde, erklärte Klaus Müller von der DG Bank. Das Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Finanzverbundes sieht inzwischen vermehrte Anzeichen für einen grundlegenden Stimmungswandel.
"Wahrscheinlich sind es die gestiegenen Zinsen, die den Dollar derzeit belasten", hieß es in einer Analyse der DG Bank. Bei vielen Anlegern wachse die Befürchtung, dass das konjunkturelle Bremsmanöver der US-Notenbank zu einer "harten Landung", also einer Rezession führen könnte. Daher deute die "Wiederentdeckung des Euro auch auf eine wachsende Attraktivität der europäischen Finanzmärkte hin."
Ein lang andauernder Streik im Öffentlichen Dienst in Deutschland und ein Ausbleiben der Leitzinserhöhung in der Euro-Zone am nächsten Donnerstag könnte eine Kurserholung stoppen, sagte Achim Goldberg von der Deutschen Bank. Von einer Trendwende kann man seiner Ansicht nach erst bei Kursen über 0,9575 Dollar sprechen. Diese könnten in dieser Woche jedoch erreicht werden.
"Ob es nun eine Trendwende oder nur eine Korrektur war, der Euro hat sich auf jeden Fall stabilisiert und wir dürften so bald keine Tiefs mehr sehen", sagte der Devisenexperte. Dennoch sei es erstaunlich, wie schnell sich die Stimmung für den Euro nun wieder ins Positive gedreht habe.