DGB: Engelen-Kefer verliert Kampfabstimmung - DER SPIEGEL
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DGB Engelen-Kefer verliert Kampfabstimmung

Ursula Engelen-Kefer muss nach 16 Jahren ihren Posten als DGB-Vizechefin abgeben. Gegen den Willen der Gewerkschaftsspitze hatte sie erneut kandidiert - und verlor gegen CDU-Mitglied Ingrid Sehrbrock deutlich. DGB-Chef bleibt Michael Sommer - allerdings mit schlechtem Wahlergebnis.
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Berlin - Für Engelen-Kefer stimmten auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin am Vormittag 161 und damit 43 Prozent der Delegierten, für Sehrbrock 212 und damit 56,8 Prozent der Deligierten. Zuletzt hatte es 1952 eine Kampfabstimmung über den Vizevorsitz des Gewerkschaftsbundes gegeben.

Vorsitzender des DGB bleibt Michael Sommer. Der 54-Jährige wurde mit 298 der 380 abgegebenen Stimmen für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Dies entspricht einer Zustimmung von 78,4 Prozent. Sommer steht seit 2002 an der Spitze des DGB. Damals hatt er noch 94,1 Prozent der Stimmen erhalten.

Sie hoffe, dass die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im DGB weiter durchsetzungsstark vertreten werde, hatte Engelen-Kefer noch nach der Wahl gesagt. Die streitbare Gewerkschafts-Frontkämpferin hatte sich für die Kampfkandidatur entschieden, nachdem die Chefs der Einzelgewerkschaften sie nicht mehr nominiert hatten. Die Entscheidung wurde mit dem Alter der ausgewiesenen Arbeitsmarkt- und Sozialexpertin begründet. Engelen-Kefer wäre am Ende der Wahlperiode 67 Jahre alt.

Sie fühle sich den Arbeitnehmern an der Basis verpflichtet, hatte Engelen-Kefer ihre Kandidatur begründet. Sie wolle weiter für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik streiten. "Daran habe ich nie einen Zweifel gelassen."

Die 57-jährige Ingrid Sehrbrock war bisher im Bundesvorstand des DGB für Beamten-, Jugend- und Bildungspolitik zuständig. Die Bildungsexpertin von den Vorsitzenden der acht Einzelgewerkschaften vorgeschlagen worden.

Sehrbrock ist das einzige CDU-Mitglied in der DGB-Führung. Ihre Nominierung für den Vizeposten bezeichnete sie als "moderne Interpretation von Einheitsgewerkschaft". Sie habe ihre Position auch immer "als Brücke zu meiner Partei verstanden".

ank/Reuters/AP/ddp