DHL-Drehkreuz Leipzig: Bergfest eines Hoffnungsträgers - DER SPIEGEL
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DHL-Drehkreuz Leipzig Bergfest eines Hoffnungsträgers

Die Erwartungen an das neue DHL-Kreuz bei Leipzig sind groß: Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel kam deshalb zur Halbzeit-Feier der Bauarbeiten vorbei. Immerhin soll das Kreuz dem Flughafen internationales Flair verschaffen und in der Region für Tausende Jobs sorgen.
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Leipzig - Die Posttochter lässt sich nicht lumpen: DHL baut den Standort am Flughafen Leipzig/Halle für rund 300 Millionen Euro zum europäischen Hauptumschlagplatz aus. 14 Monate nach dem ersten Spatenstich feierte das Unternehmen in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem "Bergfest", dass die Arbeiten am Flughafen zur Hälfte erledigt sind.

Merkel würdigte das Engagement von DHL. "Es wird der Region helfen, aus der hohen Arbeitslosigkeit heraus zu kommen", sagte Merkel. "Das ist ein guter Tag für Deutschland. Denn was gut für die neuen Bundesländer ist, ist gut für ganz Deutschland", sagte die Kanzlerin vor rund 250 Gästen.

Von 2008 an wird Leipzig/Halle eines von drei zentralen Drehkreuzen neben Hongkong und Wilmington (USA) sein. 50 Flugzeuge werden täglich starten und landen, bis zu 2000 Tonnen Fracht sollen umgeschlagen werden. Für rund 70 Millionen Euro wird in wenigen Tagen die größte Sortieranlage Deutschlands im Verteilzentrum aufgebaut. Bei DHL direkt entstehen 3500 Arbeitsplätze, im Umfeld sollen es 7000 sein. Im Juli 2007 will die Posttochter den Testbetrieb für ihren neuen europäischen Hauptumschlagplatz aufnehmen.

"Insgesamt gehört der Standort dann zu den fünf Großen auf dem Globus", sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel mit Blick auf das Ende der Arbeiten. Die Entscheidung für den Umzug von Brüssel nach Sachsen sei auch mit Blick auf die Nähe zu Osteuropa gefallen. "Von den Wachstumsraten dort erhoffe ich mir sehr viel Arbeit und positive Entwicklungen für Leipzig/Halle", sagte Zumwinkel.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt erklärte, die DHL-Ansiedlung sei erst der Beginn einer großen Entwicklung. Er erwarte, dass sich weitere Unternehmen der Branche sowie Dienstleister am Leipziger Flughafen ansiedeln. Der Flughafen mit der DHL-Ansiedlung werde zum "Motor der Region". Den kann die Region auch brauchen. Mit einer Arbeitslosenquote von 17,7 Prozent gehört die Messestadt Leipzig trotz ihres Images als "Boomtown Ost" zu den Sorgenkindern.

Das DHL-Drehkreuz sei darum ein Segen, sagt Hermann Leistner, Sprecher der Arbeitsagentur Leipzig. "Damit haben wir erstmals einen Arbeitgeber in der Region, der verantwortungsvolle Arbeit anbietet und zugleich in nennenswerter Höhe weniger qualifiziertes Personal einstellt." Rund 40.000 Menschen haben sich bereits um einen Job beworben. Mehr als 90 Prozent davon stammen nach Angaben von DHL aus der Region rund um den neuen Standort. 330 Mitarbeiter hat das Unternehmen bereits neu eingestellt.

ase/AP/dpa

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