Diamantengeschäft: Bye Bye De Beers - DER SPIEGEL
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Diamantengeschäft Bye Bye De Beers

Beim größten Rohdiamantenhändler der Welt stehen Veränderungen ins Haus. Die Besitzverhältnisse des südafrikanischen De-Beers-Konzern sollen zum Wohle der Aktienkurse entflochten werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein Konsortium hat ein Übernahmeangebot für das traditionsreiche De-Beers-Unternehmen vorgelegt. Zu den Interessenten gehören alte Bekannte aus dem Diamanten- und Bergbaugeschäft. 45 Prozent an dem Konsortium hält der südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American, den gleichen Anteil will die Familie Oppenheimer stellen. Die restlichen zehn Prozent sind im Besitz des halbstaatlichen Unternehmens Debswana aus Botswana.

Das Pikante an dem angepeilten Deal ist, dass alle drei Parteien des Konsortiums mit De Beers seit Jahren verbandelt sind und die Geschicke des Konzerns lenken: Anglo American, besitzt 32,5 Prozent der De-Beers-Aktien, die an der Börse von Johannesburg gehandelt werden. De Beers wiederum ist mit 35,4 Prozent an Anglo American beteiligt. Die deutschstämmige Familie Oppenheimer gründete, stellt seit 1929 nahezu ununterbrochen den Vorstandsvorsitzenden der De Beers Aktiengesellschaft und hält 2,6 Prozent der Anteile. Debswana wiederum ist ein Joint Venture von De Beers und der botswanischen Regierung, das beiden zu gleichen Teilen gehört.

Die komplizierten Überkreuzbeteiligungen sind aus der Firmengeschichte entstanden und waren den ungebundenen Aktionären stets ein Dorn im Auge: Ihr Einfluss auf De Beers war gering und konnte jederzeit von den Hauptaktionären überstimmt werden. Ein kompletter Aufkauf von De Beers, so wie er sich abzeichnet, würde nicht nur die Querverbindungen zwischen Anglo American und De Beers mit einen Schlag kappen, sondern das Traditionsunternehmen vom Kap auch von den Kurszetteln der Börse verschwinden lassen.

Die Gewinner wären Anteilseigner von De Beers und Anglo American. Die De-Beers-Aktionäre könnten einen Kaufpreis einstreichen, der rund 20 Prozent über dem Börsenkurs liegt. Auf der anderen Seite dürften Aktien im Wert von rund acht Milliarden Dollar verfügbar werden, was zu einem regeren Handel mit Anglo-Titel führen und den Aktienpreis des Konzerns in die Höhe treiben dürfte.