Dick Cheney Der politische Unternehmer
Dick Cheney war ein erfolgreicher Unternehmer, bevor er in der jetzigen Regierung Vizepräsident der Vereinigten Staaten wurde. Nun holen den Bush-Adjutanten seine Geschäfte von damals ein. Zum einen hat der mächtige Washingtoner Strippenzieher seit Ende Mai mit einem Bilanzskandal beim US-Bauunternehmen Haliburton zu kämpfen. 1995 bis 2000, als Cheney dort Vorstandschef war, soll das Unternehmen seinen Umsatz mit zu früh gebuchten Aufträgen um mehr als 200 Millionen Dollar aufgeblasen haben.
Auch seine exzellenten Kontakte zur Energiebranche machen Cheney zu schaffen. Im vergangenen Jahr betätigte sich Bushs Vize etwa als Botschafter in Sachen Enron. Bei einem Treffen mit der indischen Oppositionspolitikerin Sonia Gandhi bemühte sich der Vizepräsident, 64 Millionen Dollar für ein gescheitertes Kraftwerkprojekt einzutreiben - eine Gefälligkeit für den größten Wahlspender der Bush-Cheney-Kampagne, monieren Kritiker.
Nach allem was bisher bekannt ist, waren Enron-Manager häufig bei Cheney in Washington zu Gast. Anfang des Jahres sollen Lobbyisten des Skandalkonzerns bei zahlreichen Sitzungen der Bush-Administration zur künftigen US-Energiepolitik teilgenommen und diese in ihrem Sinne beeinflusst haben. Die Rechnungsprüfer des amerikanischen Kongresses (GAO) haben deshalb von Cheney Unterlagen über seine Treffen mit der Energiebranche angefordert. Cheney weigert sich jedoch standhaft, Namen oder Details der Sitzungen preiszugeben. Zum ersten Mal in der Geschichte hat die GAO nun die Exekutive auf Herausgabe von Informationen verklagt.