Dickes Plus: Krankenkassen verdienen Millionen - DER SPIEGEL
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Dickes Plus Krankenkassen verdienen Millionen

Geld im Überfluss: Trotz hoher Arzneimittelausgaben erzielten die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Quartal ein Plus von mehreren hundert Millionen Euro. Auf Beitragskürzungen können sich die Versicherten aber nicht freuen - mit dem Überschuss werden Schulden abgebaut.
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Berlin - Nach Jahren im Minus beenden die gesetzlichen Krankenkassen das Jahr 2007 mit einem ordentlichen Plus: Die größte deutsche Krankenkasse, die Barmer Ersatzkasse, legte im letzten Quartal von 93 Millionen auf knapp 298 Millionen Euro zu. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) - mit rund sechs Millionen Versicherten die zweitgrößte Kasse - fuhr einen neunstelligen Gewinn ein und verbesserte sich von 93 auf 206 Millionen Euro.

Die 16 Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) rechnen ebenfalls mit einem großen Überschuss: Nach Angaben von Sprecher Udo Barske dürfte dieser rund eine Milliarde Euro betragen - nach einem Plus von 611 Millionen Euro im Herbst. Das Geld solle komplett in den Schuldenabbau fließen.

Auch die nach den ersten neun Monaten mit einem Defizit von 349 Millionen Euro schwer belasteten Betriebskrankenkassen konnten zulegen. Der BKK-Bundesverband geht nun von "schwarzen Zahlen" für 2007 aus.

Die drittgrößte Kasse, die Techniker (TK), hatte nach dem dritten Quartal noch mit 107 Millionen Euro im Minus gelegen und erreichte jetzt einen Überschuss von 160 Millionen Euro. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) verbesserte sich von 8,5 Millionen auf plus 21 Millionen Euro.

Experten zufolge schlugen die Einnahmen aus der Tabaksteuer von 1,25 Milliarden Euro positiv zu Buche. Der Bund überweist einen Teil des Geldes an die Krankenkassen. Außerdem gab es zum Jahreswechsel für viele Arbeitnehmer Einmalzahlungen, auf die Kassenbeiträge fällig wurden. Vor dem Start des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 rechnen Fachleute nun nicht damit, dass die Beiträge noch wesentlich steigen werden. Einige Kassen - darunter die TK - hatten allerdings erst zum Jahreswechsel ihre Sätze heraufgesetzt.

Sorge bereitet den Krankenkassen weiterhin die Ausgaben für Medikamente, die 2007 um 8,1 Prozent zunahmen. Daneben wuchsen bei der DAK auch die Aufwendungen für ärztliche Behandlungen um fast fünf Prozent und für stationäre Behandlungen um mehr als zwei Prozent. Auch seien die Preise vieler patentgeschützter Präparate erheblich gestiegen.

Im Herbst legt die Regierung den Beitragssatz für den am 1. Januar startenden Gesundheitsfonds fest. Experten erwarten, dass es dann insbesondere für Mitglieder von Ersatz- und Betriebskrankenkassen erheblich teurer wird.

sil/dpa/Reuters