Dickes Plus US-Präsidentenwahl hievt Dax in die Höhe
Frankfurt am Main - Anleger in Deutschland setzen auf Barack Obama: "Die Kurse steigen, weil es nach den Umfragen einen klaren Sieger und damit voraussichtlich kein Hin und Her geben wird", sagte US-Analyst Emil Heppel von der Landesbank Berlin. Der Dax beendete den Handel fünf Prozent höher bei 5278 Punkten, zwischenzeitlich war er sogar knapp über die 5300er-Marke geschossen. Der MDax schloss 6,41 Prozent höher bei 6092 Zählern, der TecDax kletterte um 7,62 Prozent auf 600 Punkte.
Gefragt waren insbesondere Finanztitel. Größter Gewinner im Leitindex waren die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank mit Aufschlägen von 15,4 beziehungsweise 14,1 Prozent. Die Allianz gewann 14 Prozent auf 68,91 Euro. Die Titel des Versicherers seien beispielhaft für die Erholung von zuvor übertriebenen Kursverlusten, sagte Analyst Thilo Müller von MB Fund Advisory.
Angeschoben wurde der Dax von einem deutlichen Plus an der Wall Street: Der Dow-Jones-Index stieg bis zum europäischen Börsenschluss um drei Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite legte 2,8 Prozent zu. Händler sprachen von einer richtigen Wahl-Rallye.
"Monatelang haben wir auf den positiven Effekt der US-Wahlen gesetzt und seit einer Woche steigen die Börsen jetzt auch", sagte Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dieser Effekt werde aber kurzfristig bleiben und spätestens am Donnerstag dürfte die aktuelle Rallye mit der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank auslaufen, da die Anleger hier bereits eine Senkung einpreisten. An den schwierigen konjunkturellen Perspektiven für die USA werde erst einmal auch ein neuer Präsident nichts ändern, so der Experte weiter.
Der Euro wurde am Abend bei 1,3009 Dollar fester gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,2820 Dollar festgestellt hat. Ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen zwei Tage zeigt allerdings, dass die Gemeinschaftswährung das am Vortag verlorene Terrain gegenüber dem Dollar nur zurück gewonnen hat, wie Devisenhändler urteilten.
cvk/Reuters/dpa-AFX/ddp