Die 100 reichsten Deutschen: Gunter Sachs - DER SPIEGEL
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Die 100 reichsten Deutschen Gunter Sachs

Das manager magazin hat die reichsten Deutschen ermittelt. Einer der Schillerndsten von ihnen ist Deutschlands bekanntester Playboy Gunter Sachs.
Von Katy Weber
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Wenn auf jemanden die Bezeichnung "der ist von Beruf Sohn" zutrifft, dann auf Gunter Sachs. Für Frauen und Partys gab der ewige Sunnyboy das Geld schon immer mit vollen Händen aus. Dass er zu den 100 reichsten Deutschen gehört, ist vor allem ein Beleg dafür, welches Imperium seine Vorfahren aufgebaut haben.

Fritz Gunter (nicht Gunther) wurde am 14. November 1932 auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt geboren. Er war der jüngste Spross von Willy Sachs und Eleonore von Opel. In Lausanne ging er mit "einem Dutzend Königskindern" zur Schule und in St. Gallen besuchte er das Internat "Auf dem Rosenberg". Sein Großvater väterlicherseits war Geheimrat Ernst Sachs, der Erfinder des Fahrrad-Freilaufs. Als Mitbegründer der Firma Fichtel & Sachs häufte er ein Vermögen an. Der Großvater mütterlicherseits, Wilhelm von Opel, war kein Geringerer als der Sohn des Opel-Gründers Adam Opel.

Mit diesen Vorfahren standen die Zeichen gut für ein Leben in Saus und Braus. Als sich seine Eltern Willy Sachs und Eleonore trennten, folgte der dreijährige Gunter seiner Mutter in die Schweiz. Dort erwarteten ihn die Prinzen und Prinzessinnen, die ihn auf seine Karriere als Lebemann und Vagabund vorbereiteten.

Von da an formte er sein Leben nach dem Vorbild eines Hollywood-Schinkens. Sich selbst inszenierte Gunter Sachs als "Playboy", wobei das Wort Playboy für ihn durch und durch positiv besetzt ist.

Was es mit seiner Lebensphilosophie "Vivre et laissez vivre, auf französische Art und in französischem Geist" auf sich hat, veranschaulichte Gunter Sachs am eindrucksvollsten mit seiner Liaison zu Brigitte Bardot. Neben allen Annehmlichkeiten brachte ihm diese Verbindung vor allem eine Popularität ein, die er genoss und alleine nie erreicht hätte.

In die Fußstapfen seiner Vorfahren stieg er nicht. Was hätte ein Mann von Welt auch in öden Büros und langwierigen Besprechungen sitzen sollen? Geld war genug da. Der studierte Mathematiker fotografierte lieber Frauen und drehte Dokumentar-Filmchen. Mitte der siebziger Jahre stieß die Familie ihre Fichtel & Sachs-Aktien ab. Gunter Sachs vervielfachte den Wert seines Vermögens durch geschickte Anlagen. Ende der Neunziger erschien sein Buch "Die Akte Astrologie".

Damals allerdings war sein Leben schon längst kein Märchen mehr. Denn in der modernen Welt ist kein Platz für Playboys, schon gar nicht, wenn sie in die Jahre gekommen sind. Mit Bedauern konstatiert Gunter Sachs, dass die weltgewandten Gentlemen mit Muße, Manieren und einem Schuss Abenteuerlust verschwunden sind.

Er selbst hat seine Ansprüche heruntergeschraubt. Für ihn muss es nicht mehr nur Kaviar sein. Als kulinarische Genüsse, die er besonders schätzt, nennt Gunter Sachs "echte Frankfurter an einer bestimmten Würstchenbude in Berlin".

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