EADS Die Dorniers machen Ärger
Dem multinationalen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, dessen Aktien erstmals ab Montag dieser Woche in Frankfurt, Paris und Madrid gehandelt werden, steht ein langwieriger Kleinkrieg mit den Eigentümern des Flugzeugherstellers Dornier bevor. Vergangene Woche hatte Martine Dornier-Tiefenthaler, Ehefrau des Gründerenkels Conrado Dornier und Ex-Testamentsvollstreckerin der Dorniers, potenzielle EADS-Aktionäre vor einem bislang unterschätzten Risiko gewarnt: Mitglieder des Clans, darunter Conrado Dornier, klagen seit langem dagegen, dass ehemalige Geschäftsbereiche der Dornier GmbH in Beteiligungsgesellschaften der EADS eingebracht worden waren. Die Firmenteile - unter anderem Lenkflugkörper und Satelliten -, so fordert die Rechtsanwältin Dornier-Tiefenthaler, müssten aus der EADS herausgelöst und der Dornier GmbH zugeschlagen werden. Die streitbare Anwältin hatte bereits in den Achtzigern, als Daimler-Benz Dornier übernahm, die Manager des Stuttgarter Konzerns in endlosen Verhandlungen zermürbt. Ähnlich aufreibende Querelen drohen nun den EADS-Managern. Conrado und Martine Dornier sehen nicht ein, dass sie seit Jahren kein Geld aus den Dornier-Gewinnen erhalten, weil diese mit Verlusten aus früheren Jahren verrechnet werden. Die EADS-Manager wiederum werfen der Anwältin vor, sie würde kein Mandat zur Vertretung aller Familienmitglieder besitzen. Die Streitereien könnten den Kurs der EADS-Aktie beeinträchtigen. Privatanleger haben sich bei der Zeichnung der EADS-Aktie ohnehin zurückgehalten.