Die reichsten Deutschen: Macher mit Herz und Seele - DER SPIEGEL
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Die reichsten Deutschen Macher mit Herz und Seele

Die Erfolgsgeschichte von SAP ist zugleich die von Dietmar Hopp. Einen ähnlich schwindelerregenden Aufstieg wie er haben in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige geschafft.
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Hamburg - Dietmar Hopp ist Sportler - Sportler im Geiste und Sportler im richtigen Leben. Disziplin und Ehrgeiz zeichnen den Mann aus, der für sein Fairplay bekannt ist.Wenn er sich für etwas interessiert und dafür engagiert, dann mit Leib und Seele. Seine Erfolge beim Golf, Handicap elf, sprechen bereits Bände. Und ebenfalls die Tatsachen, dass er dem am Boden liegenden Mannheimer Eishockeyclub "Adler" auf die Beine geholfen und seinem Heimat-Fußball-Dorfverein TSG Hoffenheim zu unverhofften Aufstiegen verholfen hat. Letzterem setzte er ein ganzes Stadion vor die Nase. "Vadder Hopp" Nichts allerdings spiegelt den sportlichen Ehrgeiz Dietmar Hopps annähernd wider wie die Erfolgsstory von SAP. Mit vier Mitstreitern gründete der heute 61-Jährige vor knapp 30 Jahren den Software-Riesen. Der stets bescheiden auftretende Mann wurde schnell zur Integrationsfigur mit Spitznamen "Vadder Hopp". Nach dem Börsengang 1988 stand Hopp als Vorstandschef lange Jahre an der Spitze des Unternehmens, das sich im Laufe der Jahre von einem Neun-Mann-Unternehmen zu einem Weltkonzern mauserte. In aller Bescheidenheit häufte er ein Vermögen an, das heute auf neun Milliarden Mark taxiert wird. Hopp, der nach dem Abitur Nachrichtentechnik studierte und das Studium als Diplom-Ingenieur abschloss, startete seine berufliche Karriere bei IBM. Die Datenverarbeitung reizte ihn bereits zu Studienzeiten, bei IBM brachte er die Software-Entwicklung voran und arbeitete später als Systemberater. 1972 hielten er und seine vier Kollegen - Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Klaus Wellreuther – die Zeit für gekommen, sich selbstständig zu machen. Sie waren davon überzeugt, dass sich bei Großunternehmen eingesetzte Computerprogramme vereinheitlichen und als Standardprodukte herstellen ließen. Gewinner von Anfang an In Walldorf gründeten sie die Firma, "Systemanalyse und Programmentwicklung", kurz SAP, und konnten bereits am Ende ihres ersten Geschäftsjahres bei einem Umsatz von 620.000 Mark einen Gewinn einstreichen. Heute sind die E-Business-Softwarelösungen des Konzerns weltweit bekannt, der Konzern beschäftigt in über 50 Ländern rund 22.000 Menschen und macht mehr als zehn Milliarden Mark Umsatz. Trotz seiner Erfolge und seiner emotionalen Bindung zu SAP - allein aus moralischen Gründen werde er sich unter keinen Umständen von seinen Anteilen trennen - ist Hopp niemand, der alles an sich reißt und nicht erkennt, wann es Zeit ist zu gehen. Unerwartet schied er im Februar 1998 aus dem Vorstand aus, nachdem er sich bereits seit einem Jahr den Platz an der Spitze mit Hasso Plattner geteilt hatte. Die Auseinandersetzung mit der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre um angebliche persönliche Bereicherung der Vorstände und Schlagzeilen um Insidergeschäfte bei SAP hatten ihm zugesetzt. Letztlich fiel es auch auf Hopp zurück, dass die Walldorfer den rechtzeitigen Einstieg ins Internet-Zeitalter beinahe verpasst hätten.Nun kontrolliert der bescheidene Milliardär, geschätzes Vermögen: neun Milliarden Mark und damit Platz 15 im Ranking von manager magazin, die Geschicke bei SAP aus der Position des Aufsichtsratsvorsitzenden. Das hat auch etwas Gutes: Er hat Zeit gewonnen, seine vielfältigen sportlichen Eigenschaften vor allem auf dem Spielfeld auszuleben. Katy Hillmann, manager-magazin.de