AKTIENANLAGE Die Standpauken der Fonds
In den USA bewegen Fondsmanager mit ihrer Kritik an den Vorständen regelmäßig die Aktienkurse, hier zu Lande zeigen sich institutionelle Investoren eher zahm. Nur die Vertreter der Union Investment und der DWS gehen auf Hauptversammlungen hart gegen Vorstände vor, wenn der Aktienkurs nicht stimmt. So kritisierte die DWS, dass Vivendi bislang nur 36 Prozent seiner Gewinne im Mediengeschäft verdient. Die Union Investment wird der Telekom auf deren Hauptversammlung vorwerfen, eine unklare Strategie zu verfolgen. Bei VW kritisiert die Fondsgesellschaft, dass der Aktienkurs in der Geschäftspolitik »keine Rolle spielt«. Dem Preussag-Chef Michael Frenzel wirft sie »Verzettelung« vor. Er betreibe ein viel zu aufwendiges Aufsichtsratsmandat bei der Deutschen Bahn. Ob die Aktienkurse, wie in den USA nach derartigen Standpauken üblich, auch hier zu Lande abheben werden, bleibt abzuwarten. Eine US-Studie zeigt: Immer, wenn der kalifornische Pensionsfonds Calpers Druck auf ein Unternehmen ausgeübt hatte, stiegen die Kurse der Firmen in den darauf folgenden Jahren deutlich stärker als der Markt.