Diebstahl-Studie: Einzelhandel verliert 4,5 Milliarden Euro - DER SPIEGEL
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Diebstahl-Studie Einzelhandel verliert 4,5 Milliarden Euro

Die Inventuren im Frühjahr bringen es an den Tag: Im vergangenen Jahr verschwanden aus den Läden Waren im Wert von rund viereinhalb Milliarden Euro, ohne bezahlt zu werden. Die meisten Verluste haben aber nicht die Ladendiebe zu verantworten – der größte Schwund entsteht in den Geschäften selbst.
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Berlin - Wie aus einer Studie des Handelsverbandes BAG hervorgeht, trugen "unehrliche Kunden" im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro zu der so genannten Inventurdifferenz von 4,5 Milliarden Euro bei. Statistisch gesehen hat damit jeder der 39 Millionen Haushalte in Deutschland 2003 Waren im Wert von 55 Euro im Einzelhandel gestohlen, rechnet der Verband vor.

Um den Schaden durch Diebstähle einzudämmen, geben die Einzelhändler beträchtliche Summen aus. So standen den Verlusten von 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr 925 Millionen Euro gegenüber, die der Handel in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen investierte. "Hierzu zählen unter anderem Überwachungskameras, elektronische Warensicherung und Ladendetektive", sagte Ulrich Martinius von der Geschäftsführung des Verbandes.

Noch größer als die Verluste durch Langfinger ist allerdings der Schaden, der in den Geschäften selbst verursacht wird. So führten Diebstähle von Mitarbeitern, Buchungsfehler in den Unternehmen oder Verluste bei der Lagerung und Anlieferung der Ware den Angaben zufolge zu einem Fehlbetrag von insgesamt 2,4 Milliarden Euro.

Für die Untersuchung, die der Handelsverband zusammen mit dem Eurohandelsinstitut erstellt hat, wurden 81 Unternehmen mit mehr als 94000 Filialen und einem Umsatz von 45 Milliarden Euro befragt. Insgesamt setzte der Einzelhandel in Deutschland im vergangenen Jahr 373,6 Milliarden Euro um. Die Inventurdifferenz machte durchschnittlich 1,2 Prozent des Umsatzes aus. Überdurchschnittlich viel Schwund hatten Warenhäuser, Textilgeschäfte, Baumärkten und Gartencenter zu verzeichnen.

In vielen Unternehmen übersteigen die Verluste durch Inventurdifferenzen mittlerweile die Gewinne, teilte der Handelsverband mit. Auch der Staat leide unter dem Phänomen: Ihm seien im vergangenen Jahr durch den Mehrwertsteuerausfall 230 Millionen Euro entgangen.