Dienstwagensteuer: Autoindustrie greift Autokanzler an - DER SPIEGEL
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Dienstwagensteuer Autoindustrie greift Autokanzler an

In der deutschen Autoindustrie regt sich Widerstand gegen die von der rot-grünen Bundesregierung geplante stärkere Besteuerung von Dienstwagen. Die Chefs von Porsche und Bosch, Wendelin Wiedeking und Hermann Scholl, warnten vor negativen Folgen für den Auto-Standort Deutschland.
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Chemnitz/Stuttgart - Die geplante Erhöhung der Dienstwagen-Steuer bei privater Nutzung "trifft nicht nur den Fahrer, sondern beeinflusst auch die Absatzzahlen und Arbeitsplätze der deutschen Automobilindustrie - und zwar negativ", sagte Wendelin Wiedeking der Chemnitzer Tageszeitung "Freie Presse" vom Samstag.

Hermann Scholl kritisierte, die Regierung habe bei der Erhöhung der Dienstwagen-Steuer Besserverdienende im Auge gehabt und nicht erkannt, dass diese breite Schichten treffe. Die Pläne würden auch künftige Entscheidungen über Produktionsstandorte beeinflussen, sagte der Chef des Autozulieferers den "Stuttgarter Nachrichten".

Den Plänen der Bundesregierung zufolge sollen privat genutzte Dienstwagen künftig monatlich mit 1,5 Prozent des Listenpreises statt bisher 1,0 Prozent besteuert werden. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) erhofft sich davon Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro.

Bosch-Chef spricht von "einer Art Wahlbetrug"

Scholl ging mit den Berliner Steuerplänen auch insgesamt hart ins Gericht. "Wenn die Gesetze so wie geplant beschlossen werden, haben die Regierungsparteien eine Art Wahlbetrug begangen", sagte er weiter. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals eine solche Perversion der Wahlversprechen gegeben hat."

Für Bosch erwartet Hermann in den kommenden drei Jahren eine Belastung von 186 Millionen Euro, wenn die Regierungspläne umgesetzt werden sollten.