Dieselgipfel: Deutsche Umwelthilfe sieht fast keine Luftverbesserung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Luftqualität Umwelthilfe hält Dieselgipfel für weitgehend wirkungslos

Die Deutsche Umwelthilfe zieht nach dem Dieselgipfel eine ernüchternde Bilanz. Die vereinbarten Beschlüsse greifen nach Ansicht der Organisation zu kurz. Fahrverbote seien unumgänglich.
Geschwindigkeitsanzeige in Stuttgart
Geschwindigkeitsanzeige in Stuttgart

Geschwindigkeitsanzeige in Stuttgart

Foto: Franziska Kraufmann/ picture alliance / Franziska Kra
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Umweltbelastung in den Städten wird nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe durch die Beschlüsse des Dieselgipfels kaum verbessert. Nachrüstungen per Software-Update, Kaufprämien für moderne Autos und der Zukunftsfonds für die Städte würden weniger als fünf Prozent Stickoxid-Reduzierung bringen, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Fahrverbote seien damit alternativlos, wenn nicht noch umfangreichere technische Nachrüstungen an den Motoren beschlossen würden.

Die DUH will ihre zahlreichen Klagen gegen die Stickoxid-Belastung in den Städten fortsetzen. Auch die EU hat seit Längerem ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen der Abgaswerte in vielen Städten laufen. Das Landesverwaltungsgericht Stuttgart hatte zuletzt geurteilt, dass Fahrverbote trotz Software-Nachbesserung praktisch unvermeidlich seien. Eine Revision wurde zugelassen.

Beim Dieselgipfel Anfang August hatten Politik und Wirtschaft sich darauf geeinigt, dass zunächst rund 2,8 Millionen neuere Diesel verbesserte Software bekommen sollen. Zudem sind rund 2,5 Millionen Autos von VW bereits in einem Pflicht-Rückruf.

Damit haben sich die Hersteller durchgesetzt, die Nachrüstungen an Bauteilen als wenig effektiv und kaum machbar beschreiben. Fest steht, dass solche Hardware-Nachrüstungen teurer und aufwendiger wären, als neue Programme aufzuspielen. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass es im Herbst einen zweiten Dieselgipfel geben werde.

asa/Reuters/dpa