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ROTCHINA-HANDEL Direkte Unterstützung

• aus DER SPIEGEL 9/1951
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Amerikanische Nachrichten - Agenturen brachten die deutschen Lastwagen für Rotchina ins Rollen. Ihre Meldung über ein Geheimabkommen zwischen der rotchinesischen Regierung und einer westdeutschen Fabrik über die Lieferung von 2200 Diesel-Dreieinhalbtonnern ging durch die Weltpresse. 150 dieser Fahrzeuge sollen bereits in Tientsin angekommen sein, 350 stünden fertig zum Versand.

Die alliierte Auffassung dazu wurde von den Agenturen gleich mitgeliefert: »Diese Geschäfte kommen einer direkten Unterstützung der Rotchinesen gleich. Zumal Mao Tse-tung an der Korea-Front mit großen Transportschwierigkeiten zu kämpfen hat und deshalb sogar weibliche Munitionsträger verwendet.«

Gemeinsam konnten das Bonner Wirtschaftsministerium, die betroffene Firma und das amerikanische Hohe Kommissariat klären, daß in den letzten Monaten nicht ein einziger deutscher Lkw. nach China gegangen ist. Ein deutscher Liefervertrag, der vor dem Eingreifen Maos in die Koreakämpfe mit alliierter Genehmigung geschlossen war, ist in Anbetracht der amerikanischen Wünsche schon vor Wochen rückgängig gemacht worden.

Unter britischen Kaufleuten dagegen werden Amerikas Wünsche noch immer klein geschrieben. Zwei Tage vor Veröffentlichung der Lkw.-Falschmeldungen stand im Londoner Unterhaus die fortlaufende Belieferung Rotchinas mit malayischem Gummi zur Debatte.

Der konservative Abgeordnete Mr. Fitzroy Maclean fragte den Handelsminister Harold Wilson: »Wieviel Gummi ist im letzten November und Dezember von Malaya nach dem kommunistischen China ausgeführt worden?«

Mr. Wilson: »Gummiexporte von Malaya nach China betrugen 9302 Tonnen im November und 7180 Tonnen im Dezember.«

Der konservative Abgeordnete Mr. Lennox-Boyd: »Hat die Regierung seiner Majestät jetzt aufgehört, Gummi nach Rußland und China zu senden?«

Mr. Wilson: »Wir beobachten die Situation sorgfältig, und wenn irgendwelche größeren Transaktionen stattfinden sollten, würden wir unsere Stellungnahme aufs neue überprüfen.«

Handelsminister Wilson sagte nicht, daß die Lieferungen gestoppt werden. In Peking nahm man das erfreut zur Kenntnis.

Allein aus den von Wilson bekanntgegebenen Kautschuklieferungen der Monate November und Dezember lassen sich 659 280 Lastwagenreifen herstellen, die Rotchina für seine Nachschubfahrzeuge an der Korea-Front dringend benötigt.

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