Discount statt Krise E-Plus erzielt Rekordergebnis
Düsseldorf - Der Markt schrumpft - doch E-Plus geht es prächtig. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) machte Deutschlands drittgrößter Mobilfunkanbieter einen Sprung um 23 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. "Wir wachsen so profitabel wie nie zuvor", sagte Thorsten Dirks, Deutschlandchef der Tochterfirma der niederländischen KPN. Der Umsatz nahm um 2,4 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro zu.
Insgesamt konnte E-Plus über 2,1 Millionen neue Kunden gewinnen und damit die Zahl der Nutzer auf 14,8 Millionen steigern. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr seinen Marktanteil so von 12,9 auf 14 Prozent erhöht. Stärkster Wachstumstreiber des Konzerns sind nach wie vor die in den vergangenen zwei Jahren gestarteten Eigen- und Kooperationsmarken wie Simyo, Base oder Aldi Talk. Sie machten Ende 2007 bereits 51 Prozent der Kundenbasis aus. Der Teilnehmer- und Nutzungszuwachs war so groß, dass es E-Plus gelang, damit die umsatzmindernden Faktoren wie die geringeren Roaming-Entgelte bei Auslandsgesprächen, die gesenkten Terminierungsentgelte und die Mehrwertsteuererhöhung auszugleichen.
"Wir werden weiter angreifen"
Anderen Betreibern ging es da nicht ganz so gut. T-Mobile, Vodafone und O2 mussten zum Teil drastische Einbußen bei ihren Umsätzen und Ergebnissen verzeichnen. Nur bei den Kundenzuwächsen lagen die beiden Marktführer T-Mobile und Vodafone mit 4,5 Millionen beziehungsweise 3,3 Millionen im vergangenen Jahr vor E-Plus mit 2,1 Millionen Kunden. Die Münchener O2 hat noch keine Zahlen für 2007 veröffentlicht.
E-Plus-Chef Thorsten Dirks kündigte an, der Mobilfunkanbieter werde seine aggressive Geschäftspolitik auch in diesem Jahr fortsetzen. "2008 werden wir weiter angreifen und wollen erneut stärker als der Markt wachsen", sagte er. Basis seien vor allem das Kerngeschäft aus Sprache und SMS, Kooperationen mit starken Partnern sowie zunehmend auch das Geschäft mit mobilen Daten.
In der niederländischen KPN-Gruppe ist E-Plus der Wachstumstreiber. Die Düsseldorfer sollen in den kommenden Jahren KPN dazu verhelfen, das Ebitda von 4,9 Milliarden Euro in 2007 auf 5,5 Milliarden im Jahr 2010 zu erhöhen. Zudem kündigte KPN-Chef Ad Scheepbouwer den Abbau von weiteren 2000 Arbeitsplätzen an. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen 25.000 Menschen.
ase/dpa/Reuters