Discounter Kartellamt will Plus-Übernahme durch Edeka genehmigen
Berlin - Das Verfahren war gleich mehrfach verlängert worden, jetzt endlich winkt die Erlaubnis. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" verlangt das Kartellamt unter anderem, dass Tengelmann innerhalb eines halben Jahres 379 der 2900 Plus-Märkte an verschiedene Konkurrenten abgibt, vor allem solche in Ostdeutschland. Ein Treuhänder sei damit bereits beauftragt worden.
Der größte deutsche Lebensmittelhändler hatte bereits im vergangenen November beantragt, seine Billigkette Netto und die Plus-Filialen in Deutschland in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenfassen zu dürfen. Damit entstünde der drittgrößte deutsche Discounter hinter Aldi und Lidl. Das neue Unternehmen würde mit fast 4000 Filialen rund elf Milliarden Euro Umsatz erzielen.
Noch im April hatten die Wettbewerbshüter gedroht, das Geschäft komplett zu verbieten, weil eine marktbeherrschende Stellung von Edeka drohe. In diesem Falle wollte Tengelmann 500 Plus-Filialen schließen.
Dem Blatt zufolge gibt es für fast alle jetzt zum Verkauf stehenden Läden einen oder zwei Interessenten, vor allem Discounter. Aldi und Lidl seien nicht darunter. Ein Verkauf an Rewe gelte als unwahrscheinlich. Auch die Kölner hatten Plus kaufen wollen und sich zuletzt mehrfach als Käufer angeboten.
Die angestrebte Einkaufsgemeinschaft von Edeka und Tengelmann für die 500 Supermärkte von Kaiser's Tengelmann wird das Kartellamt dem Bericht zufolge dagegen untersagen. Kaiser's werde wohl verstärkt über seinen bisherigen Partner Markanteile einkaufen. Zudem dürfe Tengelmann statt der geplanten 30 Prozent nur 20 Prozent an der gemeinsamen Discounter-Gesellschaft von Edeka und Plus erhalten.
mik/ddp