Discounter Lidl will Mehrheit bei Bio-Kette
Hamburg - Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" beabsichtigt die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe mit ihren Discountern Lidl und Kaufland, nach dem Ausstieg von drei wichtigen Anteilseignern ihre Beteiligung an Basic von derzeit 11 Prozent sukzessive auf mehr als 50 Prozent auszubauen.
"Es ist durchaus möglich, dass die Schwarz-Gruppe ihren Anteil an Basic ausbaut und auch die Mehrheit erhält", bestätigte Basic-Vorstandschef Josef Spanrunft gegenüber manager-magazin.de. Es sei jedoch keine Zusammenarbeit etwa beim Einkauf vorgesehen: Basic werde weiterhin autark bleiben.
Eine mögliche Zusammenarbeit sei jedoch bei der Auswahl der Filialen möglich, so Spanrunft. Basic ist mit seinen Filialen für Bio-Lebensmittel derzeit überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Bayern vertreten und hat vereinzelt Filialen in Städten wie Hamburg und Berlin. Es sei vorstellbar, dass Basic einige Lidl-Filialen übernehme und umgekehrt.
Basic betreibt derzeit 24 Filialen in Deutschland und erzielte 2006 einen Umsatz in Höhe von rund 73 Millionen Euro. Die Zahl der Filialen soll bis Jahresende auf 30 wachsen. Im Segment Bio-Einzelhandel rangiert Basic nach Umsatz hinter Marktführer Alnatura auf Platz zwei. Im Gegensatz zu Alnatura, die ihre Produkte auch in Filialen von dm, tegut oder Budnikowsky anbieten, verkauft Basic seine Produkte bislang ausschließlich in eigenen Filialen.
Kunden und Mitarbeiter würden von der Beteiligung "nichts merken", sagte Spanrunft gegenüber der FR. Basic bleibe seiner Linie treu, den Kunden ein hochwertiges Sortiment an Bio-Produkten zu offerieren. Damit versuchte der Basic-Chef, Bedenken der Bio-Branche zu zerstreuen, die Qualität der Produkte und der Kundenservice könne unter dem Engagement der Schwarz-Gruppe leiden.
kaz/ddp/mm.de