Discounter: Real verschleudert Milch zu Spottpreisen - DER SPIEGEL
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Discounter Real verschleudert Milch zu Spottpreisen

Der Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel nimmt immer abstrusere Formen an. Nun verscherbelt der Discounter Real den Liter Milch für 33 Cent. Bauern und Verbraucherschützer gehen auf die Barrikaden.
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Hamburg - "Die Rechnung, dass ein Liter Milch im Handel lediglich drei Cent über Erzeugerpreis angeboten wird, kann nicht aufgehen", so Thomas Isenberg, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung des Verbraucherzentrale Bundesverbands. "Ein Verscherbeln hochwertiger Lebensmittel im Kampf um Marktanteile gefährdet auf Dauer die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel".

Anlass der Kritik ist der vom Discounter Real beworbene "Größenwahn-Samstag". Unter anderem verscherbelt die Tochter des Handelskonzerns Metro   zu diesem Anlass einen Liter Milch für 33 Cent.

Empört zeigen sich auch die Milcherzeuger. "Bei diesen Preisen steht den Milchbauern die Wut im Gesicht", sagte der Präsident des sächsischen Landesbauernverbandes, Frank Rentzsch. Seit drei Jahren könnten sie ihre Kosten von etwa 35 Cent je Liter in der bäuerlichen Milchviehhaltung nicht mehr decken. "Mit dieser neu eröffneten Preisschlacht werden weitere Schritte im Lebensmitteleinzelhandel zur Vernichtung bäuerlicher Existenzen und Arbeitsplätze eingeleitet."

Der Deutsche Bauernverband droht Real mit bundesweiten Protestaktionen. Verbandschef Gerd Sonnleitner rief am Donnerstag in Berlin die Milchbauern zu Protesten vor den mehr als 280 Märkten auf.

Der Bauernverband lässt zudem von Juristen prüfen, ob die Aktion noch gestoppt werden kann. Sonnleitner verwies darauf, dass der Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis verboten sei. Die Milchbauern erhielten selbst aber nur 26 bis 30 Cent für den Liter Milch.