Diskussion über EZB-Zinssenkung: Der Kanzler drängelt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Diskussion über EZB-Zinssenkung Der Kanzler drängelt

Die Bundesregierung wird wegen des anhaltend starken Euros allmählich nervös. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Europäische Zentralbank nun in ungewöhnlich deutlicher Form aufgefordert, die Zinsen zu senken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - "Damit sollte man sich in der Europäischen Zentralbank schon intensivst befassen", sagte der Kanzler am Mittwoch in einem NDR-Interview. "Dass Anlass besteht, dass - ich sage das mit allem Respekt vor der Unabhängigkeit der EZB - man dort auch über Zinsreaktionen nachdenkt, das will ich ... sagen."

Er ergänzte, der starke Euro mache Probleme im Export. Den jüngsten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindexes erklärte er mit der Dollar-Euro-Entwicklung, bewertete ihn aber ansonsten als eine vorübergehende Sache. "Ich sorge mich nicht um den Aufschwung", sagte der Kanzler.

Der Euro hat sich am Mittwoch bei zunächst ruhigem Geschäft über 1,2650 Dollar behauptet. Nach den Kursgewinnen vom Vortag habe die Stimmung sich wieder zugunsten der Gemeinschaftswährung gedreht, hieß es. Am Vortag hatte der unerwartet kräftige Rückgang des Verbrauchervertrauens in den USA die Erholungsphase des Dollar jäh beendet.

Einige Händler schlossen nunmehr nicht aus, dass der Euro wieder sein Rekordhoch von voriger Woche von 1,2927 Dollar ins Visier nehmen könnte.