DIW-Quartalsbericht Deutschland verharrt im Jammertal
Berlin - Nach vorläufigen Berechnungen sei das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal nur um 0,1 Prozent zum Vorquartal gestiegen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten DIW-Wochenbericht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspreche dies einem Rückgang um 0,2 Prozent. Vor einem Monat war das DIW noch von einem BIP-Zuwachs im dritten Quartal zum Vorquartal um 0,2 Prozent ausgegangen.
Im vierten Quartal könnte das reale BIP jedoch um 0,25 Prozent zulegen, heißt es in dem DIW-Papier weiter. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergäbe sich so ein Zuwachs von 0,2 Prozent. "Damit sind erste Zeichen für eine konjunkturelle Belebung erkennbar", schreiben die DIW-Konjunkturexperten. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres war das BIP jeweils zum Vergleichszeitraum des Vorjahres zurückgegangen, womit Deutschland nach gängiger Definition in einer leichten Rezession steckte. Für das gesamte Jahr gehen die Forschungsinstitute davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung stagniert. Für 2004 erwarten sie ein Wachstum vom 1,7 Prozent.
Zur Begründung für die verhaltene Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal hieß es in dem DIW-Bericht, einer wieder aufwärts gerichteten Entwicklung im Exportgeschäft habe eine schwächere Inlandsnachfrage gegenüber gestanden. "Dies lag vor allem am privaten Konsum." Stattdessen sei die Sparquote erkennbar angestiegen.
Wegen der eingetrübten Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie der schwachen Entwicklung bei den Realeinkommen sei kaum mit einer nennenswerten Zunahme des privaten Konsums zu rechnen, erklärte das DIW. Eine positive Entscheidung zum Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform auf nächstes Jahr könnte die gedrückte Stimmung der Konsumenten aber etwas aufhellen.
Auch die Unternehmen hätten sich im dritten Quartal mit Ausgaben zurückgehalten. "Auch wenn hier ein Ende der Talfahrt erreicht ist, so ist die inländische Nachfrage noch nicht stark genug, um größere Wachstumsimpulse zu geben", schrieben die DIW-Forscher. Die Bauinvestitionen seien nach einem leichten Plus im zweiten Quartal in der Tendenz wieder leicht abwärts gerichtet gewesen.
In der Industrie weise die Entwicklung der Auftragseingänge auf einen Aufschwung zum Jahresende hin, hieß es weiter. Im August waren die Orders nur leicht um 0,1 Prozent zum Vormonat gestiegen; allerdings konnten die Unternehmen mehr Aufträge aus dem Ausland verbuchen. "Vom produzierenden Gewerbe dürften damit zum Jahresende positive Beiträge auf die Gesamtwirtschaft ausgehen", hieß es im DIW-Bericht. Davon profitierten in erster Linie die Ausrüstungsinvestitionen.