Donald Trump Immer Ärger mit den Schulden
New York - Donald Trump, einer der schillerndsten amerikanischen Unternehmer der achtziger Jahre, betreibt über seine Holding Trump Hotels and Casino Resorts die Zockertempel Trump Marina, Trump Plaza sowie das Trump Taj Mahal in Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey. Bisher befand sich der quirlige Tycoon a.D. in der glücklichen Lage, die prächtigsten Casinos weit und breit zu besitzen. Außerhalb von Atlantic City gibt es im ganzen Staat New York lediglich zwei weitere Spieltempel - die finanzstarken Wall-Street-Banker zieht es deshalb an die Roulettetische in Atlantic City, vor allem ins Taj Mahal, das größte Spielcasino der Welt.
In der Vergangenheit war es dem Lobbyisten Trump immer wieder gelungen, die Vergabe weiterer Casino-Konzessionen in der Umgebung zu verhindern. Seit New York jedoch durch die Terroranschläge vom 11. September in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, gelten Casinos als willkommene Einnahmequelle für die klamme Staatsregierung. Das Parlament des Bundesstaates hat vergangene Woche den Gouverneur George Pataki ermächtigt, den Bau sechs neuer Spielstätten zu planen.
Trump muss seine Schulden begleichen - aber er will nicht
Für Trump ist das eine herbe Niederlage. Die Wahrscheinlichkeit, dass er seine ohnehin hoch verschuldeten Casinos jemals finanziell sanieren kann, geht nach der Entscheidung des Staates New York gegen Null. Besonders die neuen Casinos in den "Catskills", früher eine beliebte Feriengegend, werden Trump nach Ansicht von Experten Umsatz abgraben.
Morgen, am 1. November, muss "The Donald", wie ihn seine geschiedene Ehefrau Ivana nannte, kräftig in die Tasche langen. Für seine Casinos sind Zinszahlungen in Höhe von 73 Millionen Dollar fällig - insgesamt stehen für die Atlantic-City-Spielbanken Schuldscheine in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar aus, die Trump zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen muss.
Aber Trump ziert sich. Für den egozentrischen Unternehmer steht nicht so sehr die Frage im Vordergrund, ob er sich strafbar macht, wenn er seine Schulden nicht bedient. Der "New York Times" sagte Trump: "Die Frage ist, ob ich mich damit jetzt beschäftigen möchte oder lieber bis 2003 warte." Im November 2003 wird der erste über Anleihen finanzierte Casino-Kredit fällig.
Ein routinierter Bankrotteur
Wenn Trump die Schulden nicht begleicht, könnten ihn seine Gläubiger in ein Bankrottverfahren zwingen. Das wäre nicht das erste Mal: 1990 war Trumps Glückspiel-Imperium schon einmal bankrott gegangen - damals gelang ihm jedoch das Meisterstück, seine Geldgeber davon zu überzeugen, ihm die Kontrolle über das Unternehmen nicht wegzunehmen. Ohne seinen "Markennamen", so Trumps Argument damals, wären die Casinos nur halb so viel wert.
So einfach wird er diesmal vermutlich nicht davonkommen. "Ich glaube nicht, dass wir uns diesmal damit zufrieden geben, dass Trump wie in den frühen Neunzigern einmal kurz seine Hosentaschen auf links zieht", so ein Trump-Gläubiger, "da sind wir gebrannte Kinder." Einige Marktbeobachter vermuten, Trump werde zahlen, wolle aber vorher noch mit seinen Investoren pokern und bessere Konditionen für die Tilgung seiner immensen Schulden aushandeln.
Denn pleite ist Trump nach eigenen Angaben nicht. Neben seinen Casinoaktivitäten plant er sogar weitere Immobilienprojekte, darunter einen Wolkenkratzer in Chicago. "Ich mag meine Besitztümer, und ich verfüge über eine Menge Cash", sinnierte Trump in der "New York Times", "aber will ich zu diesem Zeitpunkt wirklich Geld in Atlantic City stecken?"