Dosenpfand: Händler drohen mit Verkaufsstreik - DER SPIEGEL
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Dosenpfand Händler drohen mit Verkaufsstreik

Diese Drohung wird Bundesumweltminister Jürgen Trittin freuen. Statt der Einführung eines flächendeckenden Rücknahmesystems wollen die Einzelhändler Einweggetränke lieber komplett aus ihrem Sortiment streichen.
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Berlin - Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) sagte kurz vor dem Treffen mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin(Grüne), das geforderte einheitliche Rücknahmesystem sei für den Handel nicht finanzierbar.

Der HDE wolle sich bei dem Treffen mit Trittin erneut für einen maßvollen Zuschlag auf den Endpreis der Einweggetränke stark machen. Die Abgabe soll nach HDE-Vorstellungen zwischen acht und 15 Cent betragen und auf fünf Jahre begrenzt sein. Die Einnahmen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro würden Bund und Ländern zufließen. Der Verbraucher müsste den höheren Preis auf Einweggetränke zahlen.

Derzeit wird auf Dosen und Einwegflaschen für Mineralwasser, Limonaden und Bier je nach Verpackungsgröße ein Pfand von 25 oder 50 Cent erhoben. Die Einwegverpackung kann derzeit jedoch nur in dem Laden oder der Handelskette zurückgebracht werden, in der sie gekauft wurde. Der Handel hatte vergangene Woche seine Zusage zurückgenommen, bis zum 1. Oktober ein flächendeckendes Einwegrücknahmesystem aufzubauen. Trittin hatte daraufhin Vertreter von Handel, Getränkeindustrie und Mehrwegbranche für Mittwoch zu einem Krisentreffen in Berlin eingeladen.

"Handel und Wirtschaft sind in der Pflicht, ihre Zusage einzuhalten", sagte Trittin der Chemnitzer "Freien Presse". Bund und Länder hätten ihnen bis zum Oktober Zeit gegeben, ein bundesweites Rücknahmesystem für Einweggetränkeverpackungen aufzubauen. Bis dahin müsse die derzeitige Übergangsregelung auslaufen, wonach Kunden die Getränkeverpackungen nur in den Geschäften zurückgeben können, in denen sie diese gekauft haben.