Dot.com-Krise Der "Industry Standard" macht dicht
New York - In einer ersten Stellungnahme gegenüber der "New York Times" erklärte Alissa Neil, eine Sprecherin des US-Magazins: Der "'Standard' wird die Publikation seiner wöchentlichen Print-Ausgabe einstellen. Das Unternehmen ist bemüht, einen Käufer zu finden." Es sei allerdings gut möglich, so die Sprecherin weiter, dass ein Insolvenzverfahren nicht zu vermeiden sei.
Das US-Magazin hatte seine Blütezeit während des Booms der Internet-Unternehmen erlebt und hatte sich in kürzester Zeit zu einer der wichtigsten Fachzeitschriften der New Economy entwickelt. Innerhalb von nur drei Jahren hatte das Blatt die Gewinnschwelle überschritten - ein seltenes Kunststück im Magazin-Geschäft. Nach Angaben der Geschäftsführung betrug der Umsatz in vergangenen Jahr rund 140 Millionen Dollar. In seiner Boomphase vor etwas weniger als einem Jahr hatte der "Standard" rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 130 Redakteure.
Nach dem Platzen der Börsenblase geriet der "Standard" wieder in die Verlustzone. Der Umsatz ging in der ersten Jahreshälfte drastisch zurück. Jetzt erwartet die Geschäftsführung ein Minus von 50 Millionen Dollar.