Dot.com-Sterben: Priceline.com ohne Supermarkt - DER SPIEGEL
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Dot.com-Sterben Priceline.com ohne Supermarkt

Nach Bekleidungs- und Möbelkaufhäusern ist nun auch ein großer Supermarkt im Internet eingegangen. Priceline.com verzichtet ab sofort darauf, Lebensmittel und Benzin für Internetkunden billiger zu machen.
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New York - Noch vor einem Jahr war der Gründer von Priceline, Jay Walker, voller Euphorie. "Priceline wird bald bei allen Waren und Dienstleistungen dabei sein", sagte er. Seine Rechnung ist nicht aufgegangen, im Gegenteil. Der Versuch, auch Lebensmittel und Benzin über Priceline zu verkaufen, ist gescheitert. Die Firma WebHouse Club, die eigens für diese Aktivitäten gegründet worden war, wird geschlossen. 375 Mitarbeiter verlieren ihren Job, die Investoren müssen rund 360 Millionen Dollar abschreiben.

Bei Priceline sagt der Käufer, welchen Preis er bereit ist zu zahlen. Findet das Priceline-Team einen Verkäufer, der für diesen Preis verkaufen will, kommt das Geschäft zu Stande. Bei Flugtickets funktioniert diese Idee momentan recht gut, und Priceline nähert sich hier der Profitabilität. Angesteckt von diesen Erfolgen wagte sich Walker in den Bereich von Lebensmitteln und Benzin vor - und verbrannte sich die Finger. Hier sollten die Priceline-Kunden mit speziellen Kundenkarten bei Supermärkten und Tankstellen Rabatte bekommen. Aber weder Supermarktketten noch Mineralölkonzerne wollten mitmachen. Um wenigstens den Anschein eines Erfolges zu erwecken, zahlte Walker die Rabatte für seine Kunden aus eigener Tasche. Nach kurzer Zeit zogen die Investoren die Notbremse.

Nach Ansicht von Analysten markiert das Scheitern von Priceline einen Wendepunkt in der Internet-Economy. Das Klima wird härter, immer mehr Finanzierungsrunden scheitern und zwingen selbst große Start-ups zur Aufgabe. Der Online-Schmuckhändler Miadora.com und das Internet-Möbelkaufhaus Living.com sind nur zwei Beispiele der letzten Zeit. "Die Regeln haben sich geändert", sagte die Analystin Lauren Levitan von Robertson Stephens, "die Unternehmen sagen zwar nicht, dass sie profitabel sind. Aber sie bekommen kein Geld mehr, wenn sie nicht zumindest einen klaren Weg zur Profitabilität beschreiben können".