Dotcom-Sterben: Der Blutzoll steigt weiter - DER SPIEGEL
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Dotcom-Sterben Der Blutzoll steigt weiter

Im abgelaufenen Jahr haben mehr Dotcoms das Zeitliche gesegnet als je zuvor. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass es mit dem Massensterben bald ein Ende hat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Francisco - Im Jahr 2001 hat sich die Zahl der Dotcom-Pleiten im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Webmerger gingen im vergangenen Jahr mindesten 537 Internet-Firmen offline. 2000 hatte die Zahl der Dotcom-Tode bei lediglich 225 gelegen.

Kein Grund zur Sorge. Die Statistiken von Webmergers lassen hoffen, dass die schlimmste Sterbewelle vorbei ist. In den vergangenen zwei Monaten gingen nur jeweils 21 Unternehmen Bankrott. Das ist der niedrigste Stand seit August 2000. Fazit: Es geht zwar nicht aufwärts, aber zumindest nicht mehr so steil nach unten wie bisher.

Zyniker haben für die gesunkene Mortalitätsrate eine schlichte Erklärung parat. Es sei einfach niemand mehr da, der noch sterben könne. Das sei so, wie wenn man behauptete, es gebe keine Tollwut mehr, weil alle Hunde tot seien, so Webmerger in seiner Analyse.

Glaubt man Webmerger, selbst ein Internet-Unternehmen, dann existieren noch 7000 bis 10.000 Dotcoms, die weiter in Betrieb sind. Das Desaster der vergangenen Jahre habe lediglich zehn Prozent des Sektors die Existenz gekostet. Statistiken über Entlassungen bei Internet-Firmen weisen in eine ähnliche Richtung. Die Karriereberatung Challenger, Gray & Christmas hat berechnet, dass im November 2001 lediglich 2901 Dotcom-Mitarbeiter ihren Sessel räumen mussten. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem April des gleichen Jahres, als die Zahl der Kündigungen den Spitzenwert von 17.554 erreichte.