Dotcom-Zombies US-Börse suspendiert Internetaktien
San Francisco - Die Wertpapieraufsicht SEC suspendierte am Mittwochabend den Handel mit Aktien von 26 so genannten Pennystocks, darunter auch Webvan und DrKoop.com. Das Interesse an den Papieren der beiden gescheiterten Internet-Einzelhändler war ohnehin bescheiden: Nach Angaben der "New York Times" notierte die Aktie des bereits vor Jahren Pleite gegangenen Online-Supermarkts Webvan zuletzt mit 0,02 Cent. Am Mittwoch seien in New York ganze 165 Stücke gehandelt worden. Ex-Apotheker DrKoop.com habe zuletzt bei 0,09 Cent notiert.
Beide Unternehmen haben ihr operatives Geschäft bereits 2001 eingestellt und existieren nur noch als leere Hüllen. Solange Webvan und DrKoop.com jedoch an der Börse notiert sind, achtet die SEC peinlichst darauf, dass alle Formalitäten eingehalten werden. Unter anderem müssen die Unternehmen vierteljährlich einen Quartalsbericht bei der Wertpapieraufsicht einreichen. Die Dokumente sind jedoch bereits seit langem überfällig. Bei DrKoop.com herrscht seit Ende 2001 Funkstille, Webvan verstummte im Februar 2002 und hat seitdem nach SEC-Angaben keinerlei Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Werden die notwendigen Unterlagen nicht binnen zwei Wochen nachgereicht, erfolgt eine dauerhafte Suspendierung der Aktien.
Beide Unternehmen stehen für die Exzesse der Dotcom-Ära und scheiterten spektakulär mit dem Versuch, Geschäftmodelle des klassischen Einzelhandels auf das Internet zu übertragen. Webvan etwa baute eine kostspielige Infrastruktur auf, um Lebensmittel und andere über das Internet bestellte Supermarktartikel an Kunden ausliefern zu können. Insgesamt verfeuerte Webvan Barmittel in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar.