Dramatische Verluste: Lufthansa zieht die Notbremse - DER SPIEGEL
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Dramatische Verluste Lufthansa zieht die Notbremse

Die Lufthansa hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres offenbar dramatische Verluste gemacht. Offiziell will das zwar niemand bestätigen, doch die Maßnahmen zur Kostensenkung sprechen Bände.
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Frankfurt am Main - Jetzt bekommen dies auch die Piloten zu spüren. Wie die Vereinigung Cockpit am Freitag mitteilte, wurden mit dem Vorstand Regelungen über Teilzeit-Arbeit mit abgesenkten Bezügen vereinbart. Zudem sollen in den nächsten Jahren anfallende Urlaubstage vorgezogen werden können. Zur Kostensenkung wegen der schwachen Nachfrage hat die Lufthansa bereits die Arbeitszeit des Bodenpersonals mit Lohnabzug um 2,5 Stunden pro Woche verkürzt. Für das Kabinenpersonal gilt Kurzarbeit.

Die Lufthansa bestätigte, dass man sich über die Notwendigkeit eines Krisenbeitrag der Piloten einig sei, der den Zugeständnissen der anderen Beschäftigten im Unternehmen entspreche. Ansatzpunkt sei ebenfalls eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Auf Details wollte eine Sprecherin aber vorerst nicht eingehen.

Im Gegenzug für den Krisenbeitrag der Piloten habe die Lufthansa zugesichert, befristet auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sagte ein Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. Zudem sollten Flugzeugführer, die bei der Lufthansa vorerst nicht benötigt würden, in diesem Sommer beim Billigflieger Germanwings der Lufthansa-Beteiligung Eurowings eingesetzt werden können.

Wegen der massiven Buchungsrückgänge auf Grund der Konjunkturflaute und der Lungenkrankheit Sars bleiben inzwischen 70 der rund 400 Maschinen der Lufthansa-Flotte und ihrer Partnern am Boden. Für April befürchtet der Vorstand einen Umsatzeinbruch um 20 Prozent im Passagiergeschäft. Auf einigen Asienstrecken sackte die Nachfrage um 85 Prozent ab. Der Lufthansa-Vorstand hatte mehrfach betont, Ziel bleibe, alle Mitarbeiter an Bord zu halten.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird die Lufthansa für das erste Quartal einen operativen Fehlbetrag von gut 400 Millionen Euro ausweisen. Die Fluglinie machte dazu bisher selbst keine genauen Angaben. Vielmehr verweist man auf die offizielle Bekanntgabe der Zahlen am Mittwoch. Im vierten Quartal 2002 hatte das operative Ergebnis minus 72 Millionen Euro und im ersten Quartal 2002 trotz der Nachwirkungen des 11. September 2001 noch plus zwölf Millionen Euro betragen.