Dresdner Bank: Ab nach München - DER SPIEGEL
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Dresdner Bank Ab nach München

Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz zieht Bilanz: Die ersehnte Fusion zum neuen Allfinanz-Konzern hat die Bank Milliarden Mark gekostet. Wichtige Führungsaufgaben werden künftig nach München verlagert.
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Frankfurt am Main - Der Zentrale der Dresdner Bank in Frankfurt droht die Verlagerung wichtiger Aufgaben zum neuen Eigentümer Allianz nach München. "Den Abbau von Zentralaufgaben schließe ich nicht aus", sagte Vorstandssprecher Bernd Fahrholz bei der Vorstellung der Bilanz 1999/2000 am Donnerstag in Frankfurt.

Die Abteilung Investors Relations wird vermutlich ganz geschlossen. Ihre Aufgabe, die Kommunikation mit Aktionären und Anlegern, fällt schließlich weg: Nach der vollständigen Übernahme durch die Allianz soll die Dresdner-Aktie als eigenständiges Wertpapier verschwinden.

Milliardenausgaben belasten Ergebnis

Auf dem Weg unter das Dach der Allianz musste die Bank Milliardeneinbußen hinnehmen. Allein nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank musste sie 550 Millionen Euro (knapp 1,1 Milliarden Mark) aufwenden, um abwanderungswillige Kräfte zu halten. Der Rückzug aus Randaktivitäten außerhalb Deutschlands und der Abbau des Filialnetzes kosteten zusätzlich 475 Millionen Mark. Und wegen der Kreditschieflagen bei ostdeutschen Immobiliengeschäften mussten 500 Millionen Euro in die Risikovorlage eingestellt werden.

Schlechter Start in 2001

Zu Jahresbeginn hat das Geldhaus zehn Prozent weniger verdient als im Vergleichszeitraum 2000. Das läge aber daran, dass die Monate Januar und Februar 2000 der Bank einen ausgesprochenen Boom beschert hatten, betonte Fahrholz.

Trotz der verhaltenen Geschäftsentwicklung äußerte er sich optimistisch. "Die Dresdner Bank steht zu Beginn des Geschäftsjahres 2001 deutlich besser da als vor einem Jahr", sagte er. Dies gelte nicht nur wegen der Verbindung mit der Allianz, sondern auch wegen der strategischen Fortschritte des Instituts im vergangenen Jahr.

Die Dresdner habe ihr Profil als "die Beraterbank" gestärkt. Das Wachstums- und Investitionsprogramm mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro sei plangemäß und bereits in "nennenswertem Umfang" umgesetzt worden. In diesem Zusammenhang kündigte Fahrholz an, dass die Filialschließungen schneller als erwartet bereits zum Ende dieses Jahres abgewickelt sein sollen.

Investmentbanking-Tochter an die Börse

Das Investmentbanking werde in dem neuen Allfinanz-Konzern nicht mehr so im Zentrum stehen wie bisher, ergänzte der Vorstandssprecher. Die Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein werde rechtlich verselbstständigt und solle in zwei bis vier Jahren an die Börse gebracht werden. Allianz und Dresdner wollen jedoch die Anteilsmehrheit behalten.

Wie bereits mitgeteilt, erzielte die Dresdner Bank im vergangenen Jahr trotz eines Milliardengewinns aus Beteiligungsverkäufen ein deutlich niedrigeres Vorsteuerergebnis als 1999. Während das Ergebnis vor Steuern auf Grund von Sonderausgaben um 24 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro (3,13 Milliarden Mark) sank, stieg der Jahresüberschuss um über 60 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Grund waren unter anderem positive Steuereffekte, die dem Institut eine Steuererstattung von 130 Millionen Euro bescherten.