Dresdner Bank Reibach mit Allianz-Anteilen?
Hamburg - In einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" wird Fahrholz gefragt, ob er den zehnprozentigen Anteil der Dresdner Bank an der Allianz abbauen werde. Daraufhin orakelt der Vorstandschef: "Ich habe gesagt, wir desinvestieren. Und wer uns kennt, weiß auch, dass unser Portfolio zu 80 bis 85 Prozent aus Versicherungswerten besteht."
Die Finanzmärkte nahmen die Äußerung als eindeutige Absichtserklärung: Die Aktien der Dresdner legten bis zum frühen Nachmittag über drei Prozent zu.
Analyst Ralf Dibbern von M.M. Warburg Investment Research sagte zu dem möglichen Verkauf, wenn es soweit kommen sollte, könne die Dresdner Bank einen außerordentlichen Gewinn realisieren. Eine solche Transaktion würde erhebliche Reserven der Bank aufdecken, die bisher "nur als niedrige Buchwerte in den Büchern ständen". Außerdem sei eine Veräußerung steuerfrei.
Auch ein anderer Analyst, der nicht genannt werden wollte, bewertete einen möglichen Verkauf positiv. Zudem sei die Ankündigung von Fahrholz zu diesem Zeitpunkt eine echte "Überraschung" für den Markt. Bereits im November hatte sich die Dresdner Bank von 4,3 Millionen Aktien der Münchner Rück-Versicherung getrennt.
Neue Bankenfusionen wahrscheinlich
Fahrholz hält auch eine Fusionswelle im vereinten Europa für wahrscheinlich. Die neu geschaffene Rechtsform der "Europa AG" vereinfache Zusammenschlüsse und werde die Konsolidierung der Privatbanken vorantreiben, sagte Fahrholz in dem Interview.