Dresdner-Bank-Übernahme Schulte-Noelle räumt Fehler ein
Hamburg - Zum Beispiel habe die Allianz zu spät auf die Probleme im Großkundengeschäft der Bank reagiert, sagte Schulte-Noelle in einem Interview mit dem "manager magazin" (Erscheinungstermin: Freitag, 22. November). "Mir geht vieles nicht schnell genug", sagte der Chef des Münchener Versicherungskonzerns weiter.
Die Übernahme selbst verteidigte Schulte-Noelle vehement. "Sie war kein strategischer Fehler, weil unser heutiger Bankenvertrieb von Versicherungsprodukten alles in den Schatten stellt, was wir bisher gesehen haben." Auch Kritik an seinem Krisenmanagement lässt der Konzernlenker nicht gelten. "Wir hatten noch nie so viele Herausforderungen gleichzeitig zu meistern wie jetzt", sagte er.
Die Führungscrew sei zurzeit besonders gefordert. "Aber ich glaube nicht, dass wir uns überfordert haben", so Schulte-Noelle. Der Allianz-Chef machte klar, dass der Konzern auch nach der Dresdner-Übernahme nach den Münchener Regeln tickt. "An unseren Werten", so Schulte-Noelle, "lasse ich nicht rütteln, von keinem." Der Korpsgeist in der erweiterten Führungscrew sei "im Prinzip intakt", versicherte er.