Dresdner/Commerzbank: Fusion an Bewertung gescheitert - DER SPIEGEL
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Dresdner/Commerzbank Fusion an Bewertung gescheitert

Die Fusionsgespräche zwischen der Dresdner und der Commerzbank sind in der Nacht zum Mittwoch abgebrochen worden. Beide Aktien wurden vom Handel ausgesetzt, nachdem die Geldhäuser über das Ende ihres Fusionsvorhabens informierten.
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Frankfurt am Main - Die Sondierungsgespräche zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank über eine mögliche Zusammenarbeit werden nicht fortgesetzt. Dies erklärten beide Finanzinstitute am Dienstagvormittag in getrennten Ad-hoc-Mitteilung. Es sei nicht möglich gewesen, die unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten in einem gemeinsamen Konzept zusammenzuführen, hieß es weiter.

Aus Bankenkreisen war zuvor verlautet, in den Fragen der Bewertung der beiden Großbanken und bei der Vermögensverwaltung sei keine Einigung erzielt worden.

"Der Vorstand der Commerzbank hat entschieden, den eigenen erfolgreichen Weg in Selbständigkeit weiter zu gehen", erklärte die Commerzbank weiter. Obwohl die strategischen Ziele beider Banken nicht weit auseinander liegen, sei in der kritischen Abwägung von Chancen und Risiken eines gemeinsamen Wegs letztlich keine überzeugende Perspektive erkennbar gewesen.

Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen bedauerte, dass offenbar "ein wirklicher Mehrwert einer Fusion nicht zu erreichen ist" und damit die Chance zu einer Konsolidierung im inländischen Bankensektor nicht realisiert werden könne. "Wir werden im Interesse unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter nun die ausgesprochen positive Entwicklung der letzten Jahre aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln vorantreiben", so Kohlhaussen weiter.

Mit Beendigung der Gespräche verliere auch die Ausschließlichkeitsvereinbarung ihre Gültigkeit. Beide Banken hätten nun die Möglichkeit, andere strategische Optionen zu prüfen. Die Commerzbank werde sich in erster Linie um eine Stärkung ihrer europäischen Bindungen bemühen.

"Kein Kommentar", hatte noch am frühen Mittwochmorgen die Antwort der Dresdner Bank auf Zeitungsberichte gelautet, die ein Ende der Fusionsgespräche sahen. Den Berichten zufolge sollen sich am Dienstag Vorstands-Chef Bernd Fahrholz und sein Commerzbank-Kollege Martin Kohlhaussen mit dem Allianz-Chef Henning Schulte-Nölle über die Bewertung de beiden Banken im Falle einer Fusion unterhalten haben. Dabei soll Fahrholz mit der Forderung nach einer Bewertung der Dresdner Bank von nahe 60 Prozent bei Allianz, die bekanntlich knapp 22 Prozent der Aktien der Dresdner Bank hält, Zustimmung bekommen haben. Demgegenüber wollte die Commerzbank, wie bisher hierzu zu hören war, ein "Pooling of Interests" und damit eine Bewertung nahe Parität. Vor diesem Hintergrund gab es bereits am Dienstagnachmittag an der Börse Gerüchte über ein mögliches Ende der Gespräche zwischen den beiden Banken.

Nach Bekanntwerden der gescheiterten Gespräche brach der Kurs der Dresdner Bank um rund vier Prozent ein, während sich die Commerzbank-Aktie fast auf ihrem Vortagesniveau bewegte. Gegen 10.20 Uhr wurden beide Titel vom Handel ausgesetzt, gegen 11.15 Uhr wurde der Handel dann wieder aufgenommen. Dabei blieb die Dresdner Bank weiterhin etwa vier Prozent unter Vortagesniveau, währen die Commerzbank wieder rund ein Prozent zulegen konnte.